Pflanze der Woche: Seifenkraut Beim Waschwurz ist der Name Programm

Das Seifenkraut wurde zum Waschen genutzt. Foto: HobergDas Seifenkraut wurde zum Waschen genutzt. Foto: Hoberg

Meppen. Die Pflanze der Woche hat reinigende und heilende Wirkungen. Seifenkraut wurde als pflanzliches Waschmittel und zur Hautheilung genutzt.

Meppen. Seifenkraut, auch Seifenwurz oder Waschwurz genannt, wurde, wie der Name verrät, zum Waschen genutzt. Möglich machen das die in der Pflanze enthaltenden Saponine (pflanzliche Tenside). Seife war früher nicht leicht zu bekommen und oft sehr teuer, deshalb wurde Seifenkraut als Seifenersatz verwendet und noch bis zu Beginn des 20. Jahrhundert in Europa angebaut. Es wurde vermutlich sogar zu diesem Zweck seit der Jungsteinzeit gepflanzt und gilt als Kulturbegleiter.

In einigen Ländern wird es noch heute zum Einseifen der Wäsche genutzt. Dazu werden entweder Wurzelstücke angeschnitten und damit die Kleidung eingerieben oder ein Seifenkrautsud hergestellt. Seifenkraut eignet sich auch zum Haarewaschen. Die Saponine im Seifenkraut sind milder zur Kopfhaut und den Haaren beziehungsweise zu den Fasern von diversen Stoffen, als handelsübliche Haarpflege- und Waschmittel. Umweltbewusste Betriebe und Privatpersonen verwenden heute Seifenkrautlösung beispielsweise zur Teppich- und Polsterreinigung. In Restauratorenwerkstätten wird Seifenkrautlösung zur Reinigung von historischen Textilien und Möbelstücken genutzt.

Zudem wurde der Schaum des Seifenkrautes in England und Amerika früher dazu verwendet einen schönen Schaum auf das Bier zu bekommen. Dank des deutschen Reinheitsgebots, geht das in Deutschland auch ohne Seifenkraut.

In den Alpen verwendeten Schafhirten das Kraut zum Waschen der Schafe, bevor sie sie schoren. Auch als Heilkraut machte sich das Seifenkraut einen Namen, denn es hilft bei der Genesung von unterschiedlichsten Krankheiten und besitzt eine lange therapeutische Geschichte.

Die heilende Anwendung der Pflanze geht auf die alte arabische Medizin zurück, die das Seifenkraut gegen Lepra, Hautflechten und Geschwüre auf der Haut einsetzte. Das dürfte, so weiß man heute, aufgrund der pilz- und bakterienvernichtenden Eigenschaften sogar funktioniert haben.

In Sachen Lepra kann schon allein die bessere Körperhygiene einen besonderen Vorteil gebracht haben. Bei Fußpilz können regelmäßige Fußbäder oder zu einem Brei zerdrückte, aufgelegte Pflanzenteile helfen. Obwohl das Seifenkraut viele therapeutische Vorteile hat, wird es doch überwiegend als schleimlösendes Mittel gegen Husten genommen. Es wird deshalb oft bei Bronchitis, Husten und teilweise sogar bei Asthma empfohlen.

Seifenkraut lässt sich wild in unmittelbarer Nähe von Flüssen und Bächen, in Brachflächen, Eisenbahndämmen sowie auf vielen anderen Fluren finden. In Nordamerika wurde es im 19. Jahrhundert durch die Einwanderer eingebürgert.