„Die 2. Chance“ Meppener macht Hauptschulabschluss dank Beratung

Projektleiterin Simone Dolling beglückwünscht Lawand Jundo zum Hauptschulabschluss. Foto: VolkshochschuleProjektleiterin Simone Dolling beglückwünscht Lawand Jundo zum Hauptschulabschluss. Foto: Volkshochschule

Meppen. Mithilfe der Schulberatungsstelle „Die 2. Chance“ hat der 16-jährige gebürtige Syrer Lawand Jundo aus Meppen den Hauptschulabschluss geschafft.

Lawand Jundo kam im Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland. Nach sieben Monaten in einem Asylantenheim in Bramsche und der Grundschule in Herzlake ging es an die Oberschule. „Da gab es aber Stress mit den Lehrern. Ich habe mich dort sehr schlecht gefühlt“, erzählt Lawand in akzentfreiem Deutsch und ergänzt: „Dann hat es auch mit den Noten nicht mehr geklappt.“

Schließlich wurde Lawand sogar der Schule verwiesen. „Das war für mich ein schmerzhafter Neuanfang. In der Oberschule Twist wurde dann aber vieles besser. Ich fühlte mich verstanden und angenommen. Doch um die Noten zu verbessern hatte ich noch Hilfe notwendig,“

Sein Klassenlehrer nahm Kontakt zu Simone Dolling von der Schulberatungsstelle „Die 2. Chance“ auf. Die Schulberatungsstelle ist ein Angebot des Landkreises Emsland, das in Kooperation mit der Volkshochschule Meppen umgesetzt wird. „Wir sind flächendeckend im gesamten Emsland vertreten“, sagt Dolling. „Wir helfen beispielsweise bei schulischen Krisen, Lernschwierigkeiten und Schulangst.

Drehung um 180 Grad

So konnte Dolling auch Hilfen für Lawand einrichten. „Das war für mich eine Drehung um 180 Grad. Mit Zana Hille hat mir die ,2. Chance‘ eine Nachhilfelehrerin geschickt, die mich gründlich auf die anstehenden Arbeiten und Prüfungen vorbereitet hat“, so der Meppener.

„Lawand hat sich wirklich gut entwickelt und prima mit der Nachhilfe kooperiert. Auch seine Lehrer waren begeistert, dass es nun doch noch mit dem Abschluss geklappt hat“, bestätigt Dolling. Lawand hat nun den Hauptschulabschluss und erfüllt seine weitere Schulpflicht während der einjährigen Berufsfachschule Wirtschaft. „Ich habe fünf Geschwister – alle arbeiten oder gehen noch zur Schule. Und auch ich möchte arbeiten, eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann könnte ich mir gut vorstellen.“ Eine Rückkehr nach Syrien kann sich der 16-Jährige, der auch fließend kurdisch spricht, nicht mehr vorstellen – im Gegenteil: „Freuen würde ich mich über einen deutschen Pass.“

An die Schulberatungsstelle können sich Eltern, Lehrer und Schüler wenden. Sie hilft bei Konflikten, Mobbing und Ausgrenzung, bei Schulangst und Lernschwierigkeiten. Telefon: 05931/922016.