Teils 30 Insekten im Laden Bäckereien im Emsland leiden unter Invasion der Wespen

Von Ann-Christin Fischer

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Meppen. Wer in diesen Tagen auf Balkon, Garten oder Terrasse gemütlich etwas essen möchte, der hat ungebetene Gäste: Wespen. Dafür gibt es laut Naturschutzbund zwei Gründe: einerseits den kurzen Winter ohne große Temperatursprünge und andererseits den milden, teils sehr warmen Frühling. Für die Wespen ist es also ein gutes Jahr, nicht aber für die meisten Bäckereien.

In Nordrhein-Westfalen musste zeitweise ein Bäckerei-Marktstand schließen, weil zu viele Wespen zwischen dem Gebäck herumschwirrten. Wir haben uns im mittleren Emsland umgehört, wie die Lage hier ist, und gleichzeitig hilfreiche Tipps bekommen, wie man die Insekten möglicherweise fernhalten kann.

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„Hier ist es sehr schlimm“, berichtet Maria Otte vom Café Jansen in Haren am Marktplatz. „Auf einen Schlag haben wir hier immer wieder 20 bis 30 Wespen.“ Viele Kunden fühlten sich von den Wespen bedroht, „einige Mitarbeiterinnen haben Angst vor den Stichen“, betont sie. Aber sie hat einen Tipp, wie man sich schützen kann: „Wir haben Kaffee in eine Schale gefüllt und ihn angezündet. Das hat wirklich geholfen.“ Eine andere Anregung war, einfach eine Zitrone zu halbieren und dann ein Stück Nelke hineinzustecken.

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Zehn Kilometer weiter südlich sieht es im Meppener Einkaufszentrum MEP bei der Landbäckerei Wintering ganz anders aus. „Wir haben gar keine Probleme“, sagt Filialleiterin Tina van Lengerich. Zur Vorbeugung decke sie aber die süßen glasierten Stücke ab. Außerdem ständen die Eingangstüren des Marktes ja nicht den ganzen Tag offen, sodass weniger Wespen ins Gebäude kommen. „Das mag ein Vorteil für uns sein“, sagt sie.

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Möglicherweise ist die Wespenplage vor allem im Harener Raum groß. In Haselünne sind die Bäckereien ebenfalls froh, Ruhe zu haben. „Bis jetzt habe ich im Laden noch gar keine gesehen“, so Irina Hubert, Mitarbeiterin der Bäckerei Köbbe im Combi.


Wespe ist nicht gleich Wespe. Bei uns leben über hundert verschiedene, sich unterschiedlich verhaltende Wespenarten. Nur elf Arten gehören zu den sogenannten staatenbildenden Faltenwespen. Lediglich zwei Arten können für die Menschen zeitweise im Jahr lästig werden, die Deutsche Wespe und die Gemeine (= Gewöhnliche) Wespe. Sie teilen im Sommer mit uns die Vorliebe für süße Speisen wie Eis und Kuchen und Getränke wie Limonade.

Nach dem niedersächsischen Naturschutzgesetz dürfen wild lebende Tiere nicht unnötig beunruhigt, verletzt oder getötet werden. Hornissen, Bienen, Hummeln und einige seltene Wespenarten sind darüber hinaus besonders geschützt. cw

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