Thron wird im September gekürt Schützengilde Meppen-Süd bricht Königsschießen ab

Von Hermann-Josef Mammes

Auf den Adler geschossen haben zunächst vier Schützenbrüder. Einen König hat Die Schützengilde Meppen-Süd trotzdem nicht. Foto: Jonas KempeAuf den Adler geschossen haben zunächst vier Schützenbrüder. Einen König hat Die Schützengilde Meppen-Süd trotzdem nicht. Foto: Jonas Kempe

Meppen. Die Schützengilde Meppen-Süd wurde Ende 1970 gegründet. Seit 1971 wird im Rahmen des Schützenfestes ein König ausgeschossen. Am 27. Juli, dem Schützenfestmontag, war es erneut so weit. Nur dass dieses Mal das Adlerschießen zwar begann, aber ohne einen neuen König abschloss.

Vereinsvorsitzender Bernhard Kemper und sein Stellvertreter Klaus Steinl erläuterten in einem Pressegespräch die Vorkommnisse des 27. Juli: „Das Schützenfest war trotz Dauerregens sehr gut besucht.“ Nach Angaben von Kemper gab es anfangs sogar gleich vier ernsthafte Bewerber auf den Königsthron. Während die Stimmung im Zelt prächtig war, begann rund 40 Meter entfernt in der Schießhalle mittags das Adlerschießen.

Anfangs vier Bewerber

Nach Angaben des Vorstandes zog sich das Königsschießen unerwartet lange hin. Dabei gab es auch zwischen den vier Bewerbern teils „Unstimmigkeiten“. Zudem kristallisierte sich heraus, dass die Voraussetzungen nicht komplett erfüllt waren. „Der Schützenthron umfasst immer mindestens fünf Paare“, sagte Steinl.

Nach Angaben des Vorstandes nahm die Schützenbruderschaft in den Vorjahren bei meist gutem Wetter regen Anteil am Königsschießen am Adlerstand. Viele feierten draußen. Aufgrund des Starkregens fand jedoch das eigentliche Fest dieses Mal ausschließlich im Festzelt statt. So unterhielt ein Clown speziell die Kinder.

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Das Königsschießen geriet zur Nebensache. Zudem war für 16 Uhr Schlagersängerin Daniela Menke angekündigt. „Da das Königsschießen zu keinem richtigen Ergebnis führte und die Zeit drängte, mussten wir als Vorstand eine Entscheidung treffen“, sagte Kemper. „Für uns war wichtig, dass wir den König reell ausschießen.“ So gebe es bei der Schützengilde Meppen-Süd „kein Geschiebe“. Der Vorsitzende wörtlich: „Wer trifft, der trifft.“ Zudem wolle das Führungsgremium auch nicht, dass der „Vorstand in letzter Sekunde als Notnagel“ einspringen muss. Weiter habe man viele Mitglieder im Rahmen von Umbauarbeiten an der Schießhalle in den vergangenen Monaten „sowieso schon über Gebühr strapaziert“.

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Vor diesem Hintergrund trat dann Kemper schließlich im Festzelt ans Mikrofon und verkündete dem Schützenvolk, dass es noch keinen König und damit auch keinen Schützenthron gibt. Der Stimmung habe das keinen Abbruch getan: „Wir haben bis in de Nacht gefeiert“, ergänzte der Vorsitzende.

Ohne Schützenthron 2015/16 wird die Schützengilde Meppen-Süd vermutlich jedoch nicht bleiben müssen. Das Königsschießen selbst soll am Samstag, 19. September, im Ramen des Kaiserschießens erneut stattfinden. „Wir feiern im Rahmen des Kaiserschießens traditionell unseren großen Familiennachmittag“, sagt Steinl. Dort schießen jedes Jahr die bisherigen Könige untereinander den Vereinskaiser aus. Zusätzlich können dieses Mal alle Mitglieder auch am Königsschießen teilnehmen. Kemper sagte im Pressegespräch zudem, dass die Schützengilde Meppen-Süd auch wichtige soziale Aufgaben übernimmt. Die Palette reicht von speziellen Veranstaltungen für Jugendliche bis zum Seniorennachmittag. Auch viele Bewohner des Seniorenparks am Heideweg seien in der Schützengilde aktiv. Zudem stehe der Verein „finanziell gut da“ und erfreue sich bei 320 Schützen wachsender Mitgliederzahlen.