Brote im Qualitätstest sehr gut Bäcker-Innung Meppen lässt Kruste und Krume prüfen

Von Lorena Dreusicke


Meppen. Sechs Backbetriebe aus dem Altkreis Meppen hatten ihre Brötchen und Brote am Dienstag zur freiwilligen Brotprüfung eingereicht. Ein unabhängiger Prüfer testete 54 Backwaren öffentlich im MEP Einkaufscenter in Meppen auf ihre Qualität.

Die Bäcker-Innung Meppen hatte einen Profi des „Instituts für die Qualitätssicherung von Backwaren (IQBack)“ beauftragt, die regional hergestellten Brotwaren unabhängig zu überprüfen. Das Ganze lief öffentlich ab, am Dienstagvormittag im MEP Einkaufscenter in Meppen.

Sechs der zehn Meppener Backbetriebe hatten für die freiwillige Prüfung Brote und Brötchen aus ihrem Sortiment eingereicht. Ganze 54 Sorten testete Brotprüfer Michael Isensee in knapp vier Stunden gemeinsam mit Christoph Schepers aus dem Vorstand der Meppener Bäcker-Innung.

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Per Daumendruck und Knirschtest untersuchten sie die Qualität der neben ihnen aufgetürmten Brote. Isensee roch am aufgeschnittenen Laib und probierte die Krume aus den Brötchen und Broten. „Geprüft werden die Optik von Kruste, Krume und Schnitt, das Porenbild, der Geruch, Geschmack, die Elastizität und der Säuregehalt“, zählte Bernhard Schwieters, Obermeister der Bäcker-Innung auf.

Konkurrenz der Discounter

Der Grund für die wiedereingeführte öffentliche Brotprüfung sei auch dem Wettbewerb geschuldet, betonte Schwieters. „Wir wollen zeigen, dass der Preis unserer handwerklich produzierten Backwaren gerechtfertigt ist, da sie sich in der Qualität ganz klar von den Discounterwaren abgrenzen.“ Dass Supermärkte damit werben würden, frisch zu backen, „können wir nicht länger hinnehmen“, sagte er.

Die Bedingungen für die Prüfung nannte Heinz-Georg Wintering, Senior-Chef der Biener Landbäckerei Wintering aus Lingen. Da er in Meppen drei Filialen betreibt, darf sein Brot auch teilnehmen. „Wir bekamen schriftlich die Vorgaben, dass die Brote zum Zeitpunkt der Prüfung 24 Stunden alt sein müssen“, sagte Wintering. Erst dann habe sich das das Aroma voll entfaltet. Die Brötchen durften frisch sein. Zudem mussten die Testbackwaren in neutralen Verpackungen geliefert werden, damit die Prüfung anonym ablaufen kann. „Ich finde es wichtig zu hören, wenn es einen Fehler in einem Produkt gibt“, begründete Wintering seine Teilnahme am Test.

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Maximal 100 Punkte vergab Prüfer Isensee einer Backware. Das Brot ist „gut“, wenn es 90 bis 99 Punkte erhält, „sehr gut“ bei der Höchstpunktzahl. Ein Ergebnis unter 79 Punkten gilt als „verbesserungswürdig“.

Nach vier Stunden stand fest: Die Meppener Bäcker haben mehrheitlich „sehr gut“ abgeschnitten, nur ein Brot und fünf Brötchen bekamen keine Prämierung. Auf der Homepage des Prüfinstituts sind die positiven Ergebnisse einzusehen. Da die Zertifikate normalerweise drei Jahre gelten, werde es die nächste Brotprüfung in Meppen wohl erst danach geben, sagte Harald Hüsers, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft für den Bereich Meppen.

Welche Bäcker „sehr gut“ und „gut“ abschnitten, ist ab Mittwoch einsehbar auf der Homepage des Instituts für die Qualitätssicherung von Backwaren: www.brot-test.de