Reise durch Jahrtausende Über 5000 Besucher beim Museumsfest in Meppen

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zo Meppen. In der Realität der vergangenen Jahrtausende ein Ding der Unmöglichkeit – Ötzi trifft barocke Jagdgesellschaft. Beim zweitägigen 17. Museumsfest „ZeitSprünge“ auf dem Gelände am Archäologiemuseum Meppen wurde das Treffen allerdings zur Realität.

35 Gruppen mit 164 authentisch wirkenden Akteuren aus ganz Deutschland erlebten über 5000 Besucher Geschichte pur von der Steinzeit bis ins 19. Jahrhundert. „Besucherrekord“ konnte da Silke Surberg-Röhr, stellvertretende Museumsleiterin gestern verkünden. Bisher hatte das Fest Jahr für Jahr rund 3000 Gäste in die Kreisstadt gelockt. Die Gruppen wie „Equites Normanovum“, die die Zeit der Normannen Ende des 12. Jahrhunderts historisch korrekt nachempfanden, wie die „Interessengemeinschaft Barocke Jagd“, die sich mit der Darstellung der Jagd zur Zeit des Fürstbischofs Clemens August befasste, oder die „Ludus Nemesis“, die das Ziel hat, römische Gladiatorenkämpfe so realistisch wie möglich darzustellen, um nur einige Gruppen zu nennen. Zum Mitmachen gab es mittelalterliche Spiele, eine Gladiatorenschule und eine Werkstatt für Kinder, Brettchenweben und Bogenschießen. Beschaulich und fast abgeschieden am Waldesrand die primitive Behausung des vor rund 3500 Jahren vor Christus gelebten Ötzi , der nicht müde wurde, den Erwachsenen und Kindern seine Lebensart zu schildern.

„Die Besucher haben uns überrannt, und das schon am sonst nicht so stark frequentierten ersten Museumsfesttag. Das war anstrengend und gut“, fasste Surberg-Röhr zusammen, die selbst in barocker Kleidung höfisches Leben live präsentierte und Wert darauf legt, dass das Museumsfest „ZeitSprünge“ kein lärmender Markt ist und wird, sondern „seine ganz entspannte familiäre Atmosphäre“ behält. „Die lieben die Schausteller und die Besucher“. Rund 30000 Besucher in 17 Jahren belegen das nachhaltig. „Wir sind vor 17 Jahren mit 50 Akteuren angefangen, heute zählen wir 164“, verdeutlichte die stellvertretende Museumsleiterin die stetige Ausweitung des Museumsfestes.

Verbale Unterstützung erhielt Surberg-Röhr von den Akteuren. Viola Baither von der Musikgruppe „nimmersèlich“ aus Leipzig, die sonst nur in Kirchen und geschlossenen Räumen konzertiert, schwärmte: „Hier ist alles so authentisch. Hier fühlt man sich wie in einer Großfamilie“. „Ein sehr familiäres Fest. Immer wieder ein Treffen mit Freunden, beschaulich und ein sehr interessiertes Publikum mit großem geschichtlichen Hintergrund“, sagte Kai Brandt von der Normannentruppe aus Neuss.

Besucher Andreas Esders aus Haren, der seiner zwölfjährigen Tochter Lina beim Schmieden eines Halskettenanhängers in der Kinderwerkstatt von Matthias Freese aus Lengerich über die Schulter sah, stellte fest: „Das ist hier sehr interessant. Vieles habe ich vorher nicht gekannt. Das war eine Geschichtsstunde zum Anfassen“.


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