Kreistag gibt Mittel frei Millionen für Schulbauten im Emsland

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Erhält keine Oberstufe: die Gesamtschule Emsland in Lingen. Foto: ArchivErhält keine Oberstufe: die Gesamtschule Emsland in Lingen. Foto: Archiv

Meppen. Der Emsländische Kreistag hat einige Bauprojekte an Schulen beschlossen. Die Einführung einer gymnasialen Oberstufe an der Gesamtschule Emsland in Lingen lehnte er ab.

Viel Geld gibt es aus der Kreisschulbaukasse für das Gymnasium Marianum und für die Oberschule Spelle. Das kirchliche Gymnasium in Meppen plant den Bau eines naturwissenschaftlichen Gebäudes, da die bisher genutzten Räume abgängig und nicht sanierungswürdig sind.

Der Neubau erhält neun Klassenräume und einige Nebenräume. Durch den Neubau kann die bestehende Zusammenarbeit mit der Marienhausschule intensiviert werden. Die Kosten liegen bei insgesamt 6,56 Millionen Euro, die Hälfte kommt aus der Kreisschulbaukasse, und zwar als Zuschuss (40 Prozent) und als Darlehen (60 Prozent). Die anderen 50 Prozent der Kosten übernimmt die Schulstiftung des Bistums.

Deutlich höhere Schülerzahl

Während am Marianum erst in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden soll, ist die Oberschule Spelle schon fast fertig. Durch die Einführung eines gymnasialen Zweiges für die Klassen 5 bis 10 wird ein deutlicher Anstieg der Schülerzahl erwartet, und neue Räume wurden nötig. Die Baukosten liegen bei 3,68 Millionen Euro, davon kommt die Hälfte aus der Schulbaukasse, ebenfalls aufgeteilt in Zuschuss und Darlehen. Die Förderung wird wie beim Marianum bis 2018 ausgezahlt.

Eine neue Dreifeld-Sporthalle ohne Tribüne wird bei den BBS in Lingen gebaut. Die alte Halle ist abgängig, eine Sanierung wäre auf Dauer wegen der höheren Betriebskosten teurer als Abriss und Neubau. Deshalb gab der Kreistag 200000 Euro für den Abriss und 150000 für die Planung einer neuen Halle frei. Sie soll 2017 fertig sein und ist insgesamt mit 3,55 Millionen Euro veranschlagt.

Keine Einigkeit erzielten die Abgeordneten beim Thema Gesamtschule Emsland. Norbert Knape (Grüne) hatte den Antrag gestellt, eine Arbeitsgruppe einzurichten mit dem Ziel, eine gymnasiale Oberstufe an der Gesamtschule einzurichten und die Beschränkung auf Vierzügigkeit aufzuheben.

„Ein Torso“

Begründung: Die hohe Qualität der Gesamtschule ist anerkannt, das Fehlen einer Oberstufe ein struktureller Nachteil. Derzeit wanderten viele Schüler nach Klasse zehn an Schulen in Nordrhein-Westfalen ab oder gingen erst gar nicht zur Gesamtschule, um später einen Schulwechsel zu vermeiden.

Dabei war für die Grünen klar, dass genügend Potenzial an der Schule vorhanden wäre, um weitgehend aus eigener Kraft eine Oberstufe zu bestücken.

Während SPD (Rolf Hopster und Willi Jansen) und FDP (Michael Goldmann) eine Integrierte Gesamtschule ohne Oberstufe als „Torso“ und als „Ausnahme von der Regel“ bezeichneten und den freien Elternwillen missachtet sahen, widersprachen sowohl Erster Kreisrat Martin Gerenkamp als auch Heiner Reinert (CDU). Nach ihrer Einschätzung sind nicht genügend Schüler mit Abiturwillen an der IGS vorhanden.

Die Einführung einer Oberstufe hätte zwingend eine Verbreiterung der Basis, also mehr Schüler, oder den Wechsel von Schülern anderer Schulen an die IGS zur Folge. Dies beeinträchtige angesichts zurückgehender Schülerzahlen Qualität und Fortbestand auch an anderen Schulen. Nach intensiver Diskussion wurde der Antrag der Grünen auf Einrichtung einer Arbeitsgruppe mehrheitlich abgelehnt.


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