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Zahlreiche neue Hinweise Wo ist der Emsland-Wolf?

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Meppen. Gut drei Monate ist es her, dass zunächst im Osnabrücker Land und dann im Emsland erste Hinweise auf einen Wolf bekannt wurden. Nun ist es ruhig geworden um das Tier und es stellt sich die Frage: Ist es überhaupt noch da?

Die Antwort darauf muss einigermaßen unbefriedigend ausfallen, entspricht aber der heimlichen Lebensweise des Wolfes. Sie lautet: Nichts Genaues weiß man nicht. Einen sogenannten C1-Nachweis habe es seit der Videoaufnahme , die am 31. März auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle Meppen mit einer Fotofalle gelungen war, jedenfalls nicht mehr gegeben, teilte Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, auf Anfrage mit. Unter die Kategorie C1 fallen sichere Nachweise wie ein eindeutiges Video, aber auch gerissenes Wild, an dem DNA eines Wolfes nachgewiesen werden kann oder eindeutige Fellreste und Kotproben.

Aber bekannt geworden ist ein solcher Hinweis bisher eben nicht, auch nicht bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland. Dort freut man sich aber so oder so über den zurückgekehrten Altbürger: „Er ist als zusätzliche heimische Tierart zu begreifen“, sagt Behördenleiter Ludger Pott, „für den Menschen sowie für Haus- und Nutztiere ungefährlich.“ Insbesondere auch, weil er im Emsland ein großes Vorkommen an Dam-, Reh- und Schwarzwild finde und es mehr als genug zu fressen gebe.

Darauf, dass er im Emsland Rehe jagt, gibt es tatsächlich Hinweise, meist aber hinter vorgehaltener Hand und ohne konkreten Nachweis des Urhebers. Und nach Bekanntwerden der Wolfssichtung haben sich Augenzeugen gemeldet, die das Tier zum Beispiel bei Haren-Tinnen, bei Meppen und kurz hinter der Grenze in den Niederlanden gesehen haben wollen. Über Letzteres berichtete die Zeitung „Dagblad van het Noorden“ aus Emmen. Ob sie stimmen, ist nicht zu überprüfen. Je mehr es sind, desto wahrscheinlicher dürfte aber sein, dass der Wolf noch da ist.

Auch könnten Hinweise auf Sichtungen sowie Trittsiegel aus dem Januar 2013 ein Beleg dafür sein, dass sich das Tier schon etwas länger in der Region aufhält, als gedacht und vielleicht bereits zu einem sogenannten „territorialen Einzelwolf“ geworden sein könnte. Also zu einem, der mindestens sechs Monate in einer Region verbracht hat. Im späten Frühjahr ist im Emsland noch ein Video aus relativ großer Entfernung entstanden, das einen Wolf zeigen dürfte, aber wohl nicht eindeutig genug für einen C1-Nachweis ist.

Woher der Ende März gefilmte Emsland-Wolf kam und wie er seinen Weg in den Nordwesten fand, ist derweil noch offen. Eine Untersuchung von DNA-Material, deren Ergebnis noch aussteht, soll bald Aufschluss geben. Möglicherweise kam das Tier aus Munster in der Lüneburger Heide wo es 2012 Wolfsnachwuchs gegeben hatte. Jungtiere müssen ihr Rudeln nach einiger Zeit verlassen und gehen auf der Suche nach einem neuen Lebensraum auf weite Wanderschaft.

Gerade erst meldete das Land Niedersachsen , dass es in Munster in diesem Jahr erneut mindestens drei Welpen gibt, die gefilmt wurden. Damit stieg die Zahl der Niedersachsen-Wölfe auf 13.


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