Jugendstrafe für Täter Junger Mann missbraucht 12-Jährige per Facebook

Von Alfred Korfhage

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Eingang zum Amtsgericht Meppen. Foto: Manfred FickersEingang zum Amtsgericht Meppen. Foto: Manfred Fickers

Meppen. Ein junger Mann ist vom Amtsgericht Meppen verurteilt worden, weil er per Facebook und Telefon eine 12-Jährige zu sexuellen Handlungen aufgefordert hat.

Wegen „Sexuellen Missbrauchs von Kindern“ verhandelte das Jugendschöffengericht Meppen gegen einen zur Tatzeit noch Heranwachsenden, weil er mit seinem Smartphone eine 12-jährige Schülerin zu Manipulationen am eigenen Körper animiert hatte. Die Strafbarkeit ist laut Gesetz auch gegeben, wenn es nicht zu einem unmittelbaren Kontakt gekommen ist.

Schülerin nachts angerufen

Der Angeklagte hatte die Schülerin nachts angerufen, ihr intime Fragen gestellt und Handlungen vorgeschlagen, die sie an sich selbst vornehmen sollte. Der telefonische Kontakt hatte schon vorher bestanden, wovon die Großmutter Kenntnis erhalten hatte. Als diese seinen Anruf annahm, machte sie ihm deutlich, dass ihre Enkelin erst zwölf Jahre alt sei, eine Beziehung zu einem deutlich älteren sei nicht üblich und wolle sie auch nicht dulden.

In der Verhandlung gab der Praktikant die über Facebook gesendeten Texte zu, er habe jedoch nicht gewusst, dass das Mädchen noch Kind im Sinne des Strafrechts sei. Diese Schutzbehauptung wurde durch die Zeugenaussage der Oma widerlegt.

Da der Angeklagte unter Bewährung stand, unter anderem wegen eines Sexualdelikts, wurde seine Bewährungshelferin angehört. Aus dem Auszug aus dem Vorstrafenregister ging hervor, dass der Angeklagte seit 2009 mehrfach angeklagt und bestraft worden war, aber immer in Rahmen der Möglichkeiten des Jugendstrafrechts.

Geistige Probleme

Die Bewährungshelferin führte aus, dass es sich bei dem Angeklagten um eine Person handle, die derzeit wegen geistiger und körperlicher Probleme nicht vermittelbar sei und langfristig krank geschrieben sei. Er sei unzuverlässig, Regeln halte er nicht ein.

Die Staatsanwältin stellte fest, dass der Angeklagte grundsätzlich sein Fehlverhalten zugegeben habe. Dass er vom tatsächlichen Alter der im südlichen Emsland wohnhaften Schülerin wusste, sei durch die glaubhafte Aussage der Großmutter bewiesen. Wegen der umfangreichen strafrechtlichen Auffälligkeiten sei eine deutliche Sanktion notwendig. Sie beantragte drei Wochen Dauerarrest wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes.

Der Verteidiger des jungen Meppeners wies auf dessen problematische Entwicklung hin. Der Angeklagte sei in der Kindheit und Jugend immer wieder in unterschiedliche Betreuungen gegeben worden, das habe seine persönliche Entwicklung verzögert. Die Höhe der Sanktion stellte er in das Ermessen des Jugendschöffengerichts.

Das Gericht verurteilte den jungen Mann zu einer Woche Dauerarrest nach dem Jugendstrafrecht. Es seien deutliche Reifeverzögerungen erkennbar. Auf die Einbeziehung des Bewährungsurteils verzichtete das Gericht. Die Strafe hätte ansonsten wohl verbüßt werden müssen, auch weil es sich um eine einschlägige Vorstrafe handele. Derartige Chats im Internet könne das Gesetz nicht dulden, erklärte der Vorsitzende des Gerichts .


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