Einsatz im Katastrophengebiet Meppenerin leistet Hilfe in nepalesischer Erdbebenregion

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Meppen. Nach dem verheerenden Erdbeben, das Nepal im April heimsuchte, reiste die Meppener Krankenschwester Gaby Breuckmann für die Hilfsorganisation Lands Aid in den Staat im Himalaya, um die Verletzten medizinisch zu betreuen. Unserer Redaktion schilderte sie nun ihre Eindrücke.

„Reicht es nicht, dass die Menschen das Erdbeben nur zum Teil überlebt haben, aber ihre Existenz verloren, wird jetzt der Rest auch noch durch den starken Monsunregen weggeschwemmt“, berichtet Breuckmann. „Ein Dorf im Osten des Landes wurde Opfer der Schlammlawinen, die jetzt von den Bergen rollen. Viele Tote gab es und die Dramen werden zunehmen.“ Die Monsunzeit habe erst vor zwei bis drei Wochen begonnen und dauere in der Regel zwei bis drei Monate.

„Wir fuhren zu einem Hospital und trafen dort auf einen Mann, der nach einer schweren Trümmerfraktur den linken Arm bis zum Schultergelenk in Gips hatte und mit dem anderen seine zwölfjährige Tochter so fest umschlungen hielt, dass sie kaum noch Luft bekam“, schildert die Meppenerin. „Auf die Frage, warum er sie so fest umklammere, erzählte er uns noch unter Schock, dass er bei dem Beben seine Frau und den 15-jährigen Sohn verloren habe. Nun habe er nur noch seine Tochter, aber kein Haus mehr und nur noch das, was er am Leib trägt. Ein Zurück kann es nicht mehr geben, weil nichts mehr da ist und er nicht weiß, wie es weitergehen soll.“

Die Menschen in den entlegenen Bergregionen seien zum großen Teil unterversorgt, weil kaum jemand über die sehr schlechten Straßen zu ihnen gelangen könne. Hilfsgüterverteilungen sind laut Breuckmann daher dringend erforderlich. „Es fehlt an allem.“

Allerdings funktioniere eine Verteilung nicht reibungslos: Die Regierung erhebe seit Anfang Juni auf alle Güter der humanitären Hilfsorganisationen – die mit den Lkw noch an der Grenze zu Nepal stehen und die die Menschen bislang nicht erreichen konnten – so hohe Zölle, dass es zu großen Unstimmigkeiten, Auseinandersetzungen und Frust der Hilfsorganisationen komme. „Niemand kann eine Sinnhaftigkeit darin erkennen, warum Zölle erhoben werden auf das, was dem nepalesischen Volk aus aller Welt gespendet wurde“, äußert Breuckmann ihren Unmut über die nepalesische Regierung . Inzwischen habe diese aber nachgegeben und für die kommenden zwei Wochen eine zollfreie Verteilung erlaubt.

Der Emsländerin zufolge hat Lands Aid in vielen Dörfern Bedarfe erhoben und zunächst mit der Verteilung von Reis begonnen. Folgen sollen Zeltplanen, Matratzen, Hygieneartikel und Haushaltsbedarf. „Unsere kommenden Unterstützungen gehen vermehrt in den Wiederaufbau von Gesundheitsstationen, Aufbau von Schulen und Training von Lehrern, Schülern und der lokalen Bevölkerung in Erster Hilfe, Hygiene, Gesundheit und Umgang mit Wasser.“

Den zum Teil völlig zerstörten Gesundheitsstationen fehle es an medizinischen Geräten ebenso wie an Verbandsmaterial, Medikamenten und Salben, Blutdruckgeräten, Thermometern und Desinfektionsmitteln. Breuckmann: „Die nepalesischen Menschen sind unendlich dankbar für alles, was sie durch die Meppener Bevölkerung mit den verschiedenen Organisationen an Spenden bereits als Spontanhilfe unmittelbar bekamen. Sie haben mich beauftragt, den Dank unbedingt an sie weiter zu geben. Und das möchte ich hiermit tun.“

Informationen zu Lands Aid unter www.landsaid.org .


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