1,6 Millionen Euro für 29 Büros Kreishaus in Meppen erhält einen neuen Anbau

Von Hermann-Josef Mammes


Meppen . Die Kreisverwaltung Emsland am Hauptstandort Meppen leidet nach eigenen Angaben unter akutem Platzmangel. Wie Presssprecherin Anja Rohde auf Anfrage sagte, plant der Landkreis deshalb einen Anbau an das Hauptgebäude mit insgesamt 29 Büroräumen. Die voraussichtlichen Baukosten belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro.

In den vergangenen Jahren seien dem Landkreis Emsland durch verschiedene Gesetzesänderungen immer wieder neue Aufgaben übertragen worden. Hierzu gehörten die Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepakets, die Reform des Vormundschaftsrechts, die Ausweitung von Kontrollen im Veterinärwesen und im Bereich des Bundesimmissionsschutzgesetzes sowie die Überwachung von Biogas-Anlagen. „Auch musste im Pflegekinderdienst und Allgemeinen Sozialdienst das Personal verstärkt werden“, sagte Rohde. Darüber hinaus habe der Landkreis mit der Planung des vierspurigen Ausbaus der E 233 freiwillig eine Aufgabe übernommen, für die zusätzliche Mitarbeiter notwendig sind.

Beruf und Familie

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Unabhängig davon habe es im Rahmen der Bemühungen um die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen deutlichen Anstieg von Teilzeit-Arbeitsverhältnissen von 137 auf 184 gegeben.

Rohe ergänzte: „Dabei ist die Kreisverwaltung weiterhin eine schlanke Verwaltung: Mit 3,3 Beschäftigten je 1000 Einwohner hat der Landkreis Emsland in Weser-Ems die zweitwenigsten Mitarbeiter. Der Durchschnittswert aller Landkreise liegt hier bei 4,6 Beschäftigen je 1000 Einwohner.“

Anbau aus Eigentmitteln

Diese Faktoren hätten zu dem zusätzlichen Raumbedarf im Kreishaus geführt. Mittlerweile seien bereits mehrere Büroräume für zwei Mitarbeiter mit drei Personen und Einzelbüros mit zwei Mitarbeitern besetzt. Es ergebe sich ein zwingender zusätzlicher Bedarf von 23 Büroräumen. Es wurde intensiv geprüft, wie dieser Mehrbedarf gedeckt werden kann. Landrat Reinhard Winter sagte: „Der Landkreis ist in der komfortablen Lage, den Anbau aus Eigenmitteln zu finanzieren. Da Anmietung und Kosten für einen Neubau sich auf gleichem Niveau bewegen, ist der ausschlaggebende Faktor für den Anbau, dass damit die Kreisverwaltung mit ihren Dienstleistungen an einem Standort gebündelt bestehen bleibt. Das ist der maßgebliche Mehrwert des Anbaus.“

Für den Anbau sprächen besonders organisatorische und arbeitsökonomische Erwägungen, da beispielsweise die im Kreishaus bereits vorhandene Infrastruktur (EDV-Netz, Dienstfahrzeuge, Postdienst, Telefonzentrale, Druckerei, Hausmeisterdienste usw.) genutzt werden können. Für eine Anmietung wäre hierfür zusätzlicher Aufwand notwendig gewesen. Der Kreisausschuss stimmte einer Erweiterung des Kreishauses durch Anbau bereits einstimmig zu.