Feierliche Taufe in Salzbergen Neuer Zug der Westfalenbahn heißt „Salzbergen“

Von Burkhard Müller

Auf den Namen „Salzbergen“ wurde am Sonntagnachmittag der erste Zug der Westfalenbahn für die Bahnstrecke zwischen Münster und Emden getauft. Feierlich enthüllt wurde der Namenzug von Rainer Blüm, Andreas Kaiser und Ulf Braker (von links). Foto: Burkhard MüllerAuf den Namen „Salzbergen“ wurde am Sonntagnachmittag der erste Zug der Westfalenbahn für die Bahnstrecke zwischen Münster und Emden getauft. Feierlich enthüllt wurde der Namenzug von Rainer Blüm, Andreas Kaiser und Ulf Braker (von links). Foto: Burkhard Müller

Salzbergen. Mit einem feierlichen Akt ist ein brandneuer Zug der Westfalenbahn am Sonntagmittag in Salzbergen auf den Namen „Salzbergen“ getauft worden. Der Zug soll ab Dezember auf der Strecke zwischen Münster und Emden zum Einsatz kommen.

„Der Zug ist ja noch ganz frisch“, ulkte Salzbergens Bürgermeister Andreas Kaiser, der es vor vielen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft kaum erwarten konnte, den Namen an dem einstöckigen Triebwagen zu enthüllen.

Zuvor betonte der Verwaltungschef, dass die Bahn für die südlichste Gemeinde des Emslandes nicht nur ein wichtiges, sondern auch ein umweltfreundliches Verkehrsmittel sei. „Wir haben in Salzbergen täglich rund 1000 Ein- und Ausstiege auf unserem Bahnhof, und das ist für eine 7500 Seelen zählende Gemeinde schon sehr hoch“, machte der Bürgermeister den Status der Bahn als Verkehrsmittel deutlich.

Als Geschäftsführer der Westfalenbahn erklärte Rainer Blüm, dass fürs Emsland 15 einstöckige Triebwagen des Typs „Flirt“ vorgesehen sind. Sie lösen die bisherigen Doppelstockwagen der Deutschen Bahn ab. Übersetzt heißt „Flirt“: Flinker, leichter innovativer regional Triebwagen. „Wir werden mit den gleichen Kapazitäten fahren wie die Bahn, allerdings einstöckig“, wie Blüm erläuterte. Das verkürze zeitlich nicht nur die Ein- und Ausstiege, sondern schaffe auch die Möglichkeit, mehr Fahrräder mitzunehmen. „Und das ist gerade im Emsland wichtig“, betonte der Geschäftsführer.

Ulf Braker, Geschäftsführung Stadler Pankow (Zughersteller), übergab den symbolischen Schlüssel und die Zulassungspapiere an Blüm

– datiert auf den 17. Juni 2015 – „also wirklich noch ganz frisch.“

Die Westfalenbahn hatte sich 2012 bei einer europaweiten Ausschreibung gegen den Platzhirsch Deutsche Bahn durchgesetzt. 2014 waren nur 84 Prozent der Fahrten pünktlich, drei bis vier Prozent sind ganz ausgefallen. Grund für die Probleme der Bahn: Ihr fehlen Lokführer.

Neben dem traditionellen Salz- und Ölmarkt, den die Gemeinde an diesem Wochenende feiert, stand insbesondere das 150. Jubiläum der Bahnverbindung zwischen dem niederländischen Almelo und Salzbergen im Vordergrund. Dazu hatte der Bürgermeister Gäste aus den benachbarten Städten an der Strecke begrüßen können, von denen viele auch in historischen Eisenbahnertrachten angereist waren.

Als Beigeordnete des Stadtrates Almelo machte Irene ten Seldam in ihrem Grußwort deutlich, dass die Menschen beiderseits der Grenze der Bahn viel zu verdanken hätten. „Sind es die menschlichen und persönlichen Begegnungen oder die Wirtschaft: Wir alle profitieren seit 150 Jahren von dieser Verbindung.“

Den Segen für die Veranstaltung und die neue Bahn gaben Joachim Korporal und Markus Droste mit den Worten: „Auf eine gute Fahrt und eine sichere Heimkehr.“