Rückkehr des Wolfes Meppener Naturschutzverein „Land unter“ zieht Bilanz


Meppen. Der Meppener Naturschutz- und Landschaftspflegeverein Land Unter hat seine Jahresbilanz gezogen. Eines der wichtigsten Themen war die Rückkehr des Wolfes ins Emsland. Der Verein hält Bentheimer Landschafe und pflegt mit ihnen ökologisch wertvolle Kulturlandschaften.

Wenn ab dem Frühjahr die neugeborenen Lämmer in der Herde mitlaufen, beweiden rund 100 Bentheimer Landschafe 35 Hektar Heide und Moorheide bei Meppen und auf dem Hümmling. Wie der 1996 gegründete Verein mitteilt, profitieren besonders viele vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen von der Beweidung ihrer Lebensräume, da sie an offene Heidelandschaften gebunden sind.

Vor allem das Naturschutzgebiet Versener Heidesee beherberge mit seinen Pflanzen der Heideweiher extrem viele botanische Kostbarkeiten, berichteten Vorsitzender Tobias Böckermann und Kassenwart Jürgen Scholz den 50 Teilnehmern der Versammlung im Meppener Kossehof. Mehr als 200 Arten nutzten den See und die umgebende Heide als Lebensraum, darunter 41 Tier- und 30 Pflanzenarten der sogenannten Roten Listen. Auf einer weiteren Pflegefläche des Vereins blühten 2014 mehr als 1600 Knabenkraut-Orchideen.

Gerissene Schafe

Die Rückkehr des Wolfes wird vom Naturschutzverein zwar begrüßt, heißt es. Er bereite aber durchaus existenzielle Sorgen, da die weitläufigen Naturschutzgebiete anders gesichert werden müssten als bisher. Wer in Zukunft eine Entschädigung für vom Wolf gerissene Schafe erhalten wolle, müsse einen sogenannten wolfsabweisenden Grundschutz errichten – aufwendige Elektro- oder Maschendrahtzäune mit Untergrabeschutz. Da die Vereinsflächen, die sich alle in öffentlicher Hand befinden, mit mehr als sechs Kilometern Zaun eingefriedet sind, sieht sich der Verein vor eine finanzielle Herkulesaufgabe gestellt – die vom Land pauschal zugesagte Förderung von 15000 Euro in drei Jahren reiche nicht einmal für die wichtigste der vielen Flächen aus. Erste Gespräche mit den zuständigen Behörden seien deshalb erfolgt, teilt der Verein mit.

Überhaupt finde die Arbeit große Unterstützung bei Landkreis Emsland, Moorverwaltung und dem Land Niedersachsen. Dank der finanziellen Unterstützung von Sparkassen- und Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland, die jeweils 2000 Euro bereitstellten, habe man 2014 zudem einen neuen Viehtransporter anschaffen können.

Neu in den Vorstand gewählt wurde Markus Paetzold. Der Verein hat 132 Mitglieder und hat das Ziel, nicht nur wertvolle Landschaften zu pflegen, sondern auch das Bentheimer Landschaf zu erhalten. 2014 gingen Zuchttiere an diverse Schäfereien in verschiedenen Regionen. Die Mitgliederversammlung hat die Erhöhung der Jahresbeiträge beschlossen. Einzelmitglieder zahlen nun 18 statt zwölf Euro pro Jahr. Info: www.bentheimer-landschaf.de


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