Podiumsdiskussion der Stadt Meppen wirbt für Willkommenskultur für Asylbewerber

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Für eine Willkommenskultur in Meppen werben Inna Schulze, Elisabeth Mecklenburg, Nicole Jager, Lilia Hübscher und Alicya Lewczuk (v. l.). Foto: Georg HiemannFür eine Willkommenskultur in Meppen werben Inna Schulze, Elisabeth Mecklenburg, Nicole Jager, Lilia Hübscher und Alicya Lewczuk (v. l.). Foto: Georg Hiemann

Meppen. Das Thema Flüchtlingsaufnahme wird in Deutschland intensiv diskutiert. Was passiert, wenn nebenan Asylbewerber einziehen? In der Stadt Meppen haben zurzeit 180 Flüchtlinge einen Asylantrag gestellt, bis Mitte bzw. Ende des Jahres werden weitere 140 Flüchtlinge dazu kommen.

Deshalb zeigen die Arbeiterwohlfahrt (AWO), DRK, die Stadt Meppen und der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) am 21. April, Beginn ist 19 Uhr im Germania- Kino, den Dokumentarfilm „Willkommenskultur“. Es folgt eine Podiumsdiskussion.

Zu einem Informationsgespräch trafen sich die Veranstalter Elisabeth Mecklenburg (Stadtfrauen- und Integrationsbeauftragte), Inna Schulze (Migrationsbeauftragte DRK), Alicya Lewczuk und Nicole Jager (SKM) sowie Lilia Hübscher (AWO Jugendmigrationsdienst) im Stadthaus, die Veranstalter kooperieren mit Germania Lichtspiele und der VHS Meppen.

„Mit dem Film und der anschließenden Podiumsdiskussion wollen wir eine breite Debatte über Willkommenskultur anstoßen“, betonten alle Veranstalter. Oft laufe die öffentliche Debatte in Richtung Angst. „Wir wollen das Thema aus den Rastern ‚Es ist zu viel‘ und ,Wir können das nicht bewältigen‘ herausholen“, betonte Elisabeth Mecklenburg .

Der Film solle zum Nachfragen anregen. „Wie verhält sich jeder Einzelne gegenüber Flüchtlingen?“

Argwohn und Angst

Der dokumentarische Film zeigt ein Dorf südlich von Hamburg, wo 53 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Die Bürger der 400-Seelen-Gemeinde begegnen den Neuankömmlingen mit Argwohn und Angst. Der berührende, klug erzählte Dokumentarfilm lässt beide Seiten zu Wort kommen, ohne zu urteilen. Deutlich wird in diesem Film aber auch, dass eine Willkommenskultur gegen die Wand läuft, wenn man gleichzeitig die Leute abschiebt. Positiv in dieser Dokumentation ist, dass das dargestellte Dorf am Ende seinen Umgang mit den Asylbewerbern findet. Wichtig ist, die Dokumentation zeigt es deutlich, dass man Asylbewerbern mit Respekt und ehrlichem Interesse begegnet. Und wenn es weltweit 51 Millionen Flüchtlinge gibt, Tendenz stark steigend, kann man sich bei realistischer Betrachtung doch nicht über die 200000 beklagen, die in Deutschland in 2014 einen Asylantrag gestellt haben.

„Zuwanderung kann nur als wechselseitiger Prozess gelingen. Sie setzt sowohl die Aufnahmebereitschaft der Mehrheitsgesellschaft wie auch das Bemühen der Zugewanderten um die eigene Integration voraus“, wollen die Veranstalter einen Prozess anregen, denn „gelungene Integration erfordert die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses darüber, wie man in der Gesellschaft zusammenlebt.

An der Podiumsdiskussion nehmen teil: Bürgermeister Helmut Knurbein, Propst Dietmar Blank als Vorsitzender der ökumenischen Pfarrkonferenz, Heinz Jansen als Mitglied der Härtefallkommission Niedersachsen, Günter Klene, Kreissportbund Emsland, Mohamed Al Aswad als Vorsitzender des Vereins „Zusammenkunft der Kulturen“, Integrationslotse Michael Straeck. Moderiert wird das Gespräch von VHS-Direktor Matthias Walter.


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