Gedenkfeier in der JVA Lager Meppen-Versen wurde vor 70 Jahren befreit

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Meppen. Nachdem das Lager Versen 1944 in Meppen zum Außenlager für das KZ Neuengamme wurde, ließen dort tausende Kriegsgefangene aus verschiedenen Nationen ihr Leben. Kurt Buck, Leiter der Gedenkstätte Esterwegen, erinnert genau 70 Jahre nach der Auflösung des Lagers am 25. März 1945, am Ort des Geschehens, an die Opfer.

Auf dem ehemaligen Lagergelände befindet sich heute die Justizvollzugsanstalt Meppen. Die alten Baracken wurden nach und nach durch neue Gebäude ersetzt und so erinnert kaum noch was auf dem Gelände an die Gräueltaten von damals.

Das Lager Versen war ein Teil der Emslandlager und wurde im Sommer 1938 für insgesamt 1500 Häftlinge gebaut. Der Reichsarbeitsdienst an den Moorgebieten wurde zuvor abgezogen.

Im Jahr 1939 übernahm das Oberkommando der Wehrmacht das Areal und richtete ein Kriegsgefangenenlager ein. Weitere Zweiglager gab es in Oberlangen, Fullen und Wesuwe. Für 5000 Gefangene war dort Platz, insgesamt wurden jedoch über 17000 Kriegsgefangene hingebracht, die auf engsten Raum in den Baracken schliefen. Es war zunächst ein Durchgangslager für Tausende von Kriegsgefangenen aus Polen, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Italien.

Im November 1944 wurde das Lager Versen zum Außenlager des Konzentrationslagers (KZ) Neuengamme und die für Versen bestimmten Häftlinge wurden mit einem Zug bis zum Bahnhof Meppen transportiert und mussten von dort zum Lager marschieren.

Kampf ums Überleben

Kurt Buck trägt in seiner Präsentation verschiedene Erinnerungsberichte vor. So berichtete ein italienischer Gefangener in seinem Tagebuch von den schlimmen Zuständen, die dort herrschten. „Es gab kaum Waschmöglichkeiten, die Kleidung konnte nicht gewechselt werden und über zwölf Stunden wurden täglich gearbeitet, um die Schutzgräben rund um Meppen auszuheben“, berichtet Buck. Besonders hart war jedoch der tägliche Kampf, nicht zu verhungern. „Bei schlechtester Ernährung, unzureichender medizinischer Versorgung und unter ungewohnten klimatischen Verhältnissen mussten die Gefangenen auch schwerste Arbeiten in landwirtschaftlichen und gewerblichen Betrieben verrichten“, erzählt Buck. Nur wenige Kriegsgefangene unterlagen dem Schutz für Kriegsgefangene, wie die Belgier und Franzosen. „Hier galt es, die menschliche Würde auch in Gefangenschaft zu wahren“, so Buck. Sowjetische Gefangene wurden dagegen im Lager menschenunwürdig behandelt. „Sie bekamen meist nur Kartoffelschalen zu Essen und Suppe in die Hände geschüttet.“

Tausende Soldaten starben eines grauenvollen Todes. Sie verhungerten oder starben an den harten Arbeitsbedingungen. Am 12. Dezember 1944 werden aus dem Außenlager Versen des Konzentrationslagers Neuengamme 600 kranke Häftlinge abgezogen und durch 150 Männer ersetzt.

Ein weiterer Eintrag von einem Häftling schildert die Leichenkommandos: Täglich seien mehrere tote Soldaten zum Friedhof gebracht und in Massengräbern verschüttet worden. Der gefangene Italiener Ferruccio Francesco Frisone hatte jedoch viele Namen notiert und konnte nach der Räumung des Lagers den Familien ausrichten, wo die Toten begraben wurden.

Am 25. März 1945 wurde das Lager Versen aufgelöst. Viele Befreite warteten jedoch noch Jahre darauf, in die Heimat zurückkehren zu dürfen.

Heute erinnern noch Beschilderungen mit der Aufschrift Kriegsgräberstätte daran, was vor 70 Jahren auf dem Gelände der JVA passierte. Auf dem Friedhof des Lagers ruhen noch hunderte namentlich bekannte Verstorbene des KZ-Außenkommandos Neuengamme, nachdem die Exhumierungen stattgefunden und Tote in ihre Heimatländer überführt wurden.


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