CDU informiert sich ExxonMobil macht in Rühlermoor dem Erdöl Dampf


Meppen. Das Unternehmen ExxonMobil will seine Anlagen in Rühlermoor bis 2019 erneuern, um das Ölfeld noch weitere 30 Jahre ausbeuten zu können. Über das Großprojekt hat sich die CDU Meppen-West informiert.

Im Juli 2014 hatte der Konzern bei einer Informationsveranstaltung in Twist das Projekt bereits vorgestellt . Am 15. April soll es in Rühle einen weiteren Termin für die Öffentlichkeit geben, kündigte Exxon-Manager Markus Glab an. Weil ein Teil des Projekts den Austausch von vorhandenen Anlagen vorsieht, konnte er bei der Fahrt mit der Bahn durch das Feld Rühlermoor bereits erneuerte Leitungen und Pumpenantriebe zeigen.

Im Feld Rühlermoor , in den Gemeinden Twist und Geeste gelegen, befindet sich zählflüssiges Öl in 600 bis 800 Meter Tiefe in porösem Sandstein. Es schwimmt auf Salzwasser, die Pumpen fördern sogenanntes Nassöl. Auf dem Betriebsplatz in Meppen-Rühlerfeld werden Öl und Salzwasser getrennt, das Rohöl wird per Pipeline zur Raffinerie nach Lingen geleitet, das Salzwasser in die Lagerstätte zurückgepumpt, erklärte Glab. Um die Fließfähigkeit des Öls zu erhöhen, wird zusätzlich 300 Grad Celsius heißer Wasserdampf in die Tiefe geleitet.

Dieses Dampfinjektionsverfahren will die Exxon nach neuesten Erkenntnissen verbessern. Statt in Heizkesseln soll der Dampf in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage erzeugt werden. Für die Befeuerung möchte das Unternehmen das bei der Erdölgewinnung anfallende Gas und zugekauftes Erdgas nutzen, erklärte der Ingenieur.

Nach einer Aufbereitung soll ein Teil des Lagerstättenwassers für die Dampfproduktion eingesetzt werden. Das schone die Süßwasservorräte. Der in der Anlage erzeugte Strom werde zu einem Drittel in den Anlagen der Erdölindustrie verbraucht, zu zwei Dritteln ins öffentliche Netz eingespeist. Insgesamt werde dann deutlich weniger Energie für die Erdölgewinnung benötigt.

In der Diskussion mit der CDU machte Glab deutlich, dass ein Vorteil dieses Erdölfelds darin liege, dass hier einfach nur senkrecht oder schräg in die ölführenden Schichten gebohrt werden müsse. „Komplizierte Schrägbohrverfahren sind unnötig, ebenso wegen des porösen Sandsteins die Technik des Frackens“.

Der Materialtransport werde, weil man im Moorgebiet keine Straßen für Schwerlastfahrzeuge bauen kann, weiterhin auf Bahngleisen erfolgen, so wie es sich seit 1950 bewährt habe. „Mit Tradition in die Zukunft“ sei das Motto des Projekts.

Die Ortsverbandsvorsitzende Juliane Große-Neugebauer betonte die wirtschaftliche Bedeutung für die Region. Denn im Ölfeld sind neben den beiden Produktionsfirmen ExxonMobil und GdF Suez E & P auch zahlreiche Fachunternehmen aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim tätig. Darüber hinaus sichert das Öl aus den heimischen Feldern die Existenz der Raffinerie in Lingen. Der Landtagsabgeordnete Bernd-Carsten Hiebing lobte die Offenheit, mit der das Unternehmen schon zu Beginn der Genehmigungsphase das Gespräch mit der Öffentlichkeit suche.


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