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In Ostfriesland gesehen Junger Wolf soll eingefangen werden

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Aus wenigen Meter Entfernung gelang Christoph Elbert nahe Meppen dieses Foto des in Niedersachsen umherwandernden Wolfes. Foto: ElbertAus wenigen Meter Entfernung gelang Christoph Elbert nahe Meppen dieses Foto des in Niedersachsen umherwandernden Wolfes. Foto: Elbert

tb/dhe Bunde/Papenburg. Der junge Wanderwolf ist nach einem Ausflug in die Niederlande wieder zurück in Deutschland.

Das Umweltministerium in Hannover hat die Sichtung eines Wolfes im Landkreis Leer bestätigt. Da es sich bei dem Tier offenbar um den vor einigen Tagen bereits in Wildeshausen auffällig gewordenen und zwischenzeitlich in die Niederlande gewanderten Wolf handelt, ist in Absprache mit allen zuständigen Stellen das Einfangen durch speziell dafür beauftragte Personen eingeleitet worden . Dabei handelt es sich um geschulte Fachleute mit Kenntnissen im Umgang mit dem Wolf, die von den Behörden die Erlaubnis zur Immobilisierung erhalten haben.

Staatssekretärin Almut Kottwitz: „Unsere Experten sind vor Ort und bereiten das Einfangen vor. Geplant ist, dass der Wolf danach vorübergehend in eine dafür vorgesehene zoologische Auffangstation gebracht und genau untersucht wird.“ Eine akute Gefahr durch das Tier besteht nach Einschätzung der Experten zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht. Das Ministerium wird über den weiteren Stand informieren.

Schon am Mittwoch ist er in Bunde in Ostfriesland in der Nähe von Papenburg gesehen worden. Am Donnerstagmorgen ist der Wolf dann offenbar in mehreren Orten der 20 Kilometer Luftlinie entfernten ostfriesischen Gemeinde Ostrhauderfehn gesehen worden. Er wanderte in Richtung Osten. Bürgermeister Günter Harders befürchtete zwar keine akute Gefahr durch das Tier. Vorsorglich hätten Polizei und Landkreis Leer aber Verhaltenstipps an öffentliche Einrichtungen geschickt. In einer Grundschule, in deren Nähe der Wolf gesehen worden war, wanderte das Thema demnach direkt auf den Stundenplan. Die Jungen und Mädchen im Kindergarten sowie in der Kindertagesstätte blieben im Gebäude.

Harders befürchtete eher, dass die Kinder das Tier aus Unwissenheit provozieren könnten, als das das Tier von sich aus angreife. Auf seiner Tour durch die Kommune streifte das Tier auch den Garten des Bürgermeisters. Bislang sei das Tier allerdings harmlos gewesen.

Seit 14 Tagen unterwegs

Der junge Wolf, von dem man vermutet, es handele sich um eine Fähe, läuft seit inzwischen fast zwei Wochen durch Nordwestdeutschland. Erste Sichtungen gab es in Nienburg, dann im Kreis Diepholz, später bei Oldenburg. Danach wanderte das Tier über Grafeld im Osnabrücker Land ins Emsland. Nach knapp zwei Tagen bei Herzlake, Geeste und Meppen wechselte der Wolf nach Holland und lief dort über Groningen bis an die Nordseeküste bei Eemshaven. Nun also ist er über Bunde wieder zurück nach Deutschland gekommen.

Der Wolf ist in inzwischen zahllosen Videos und Handy-Fotos verewigt worden. Auf Nachfrage sagte eine Sprecherin des Niedersächsischen Umweltministeriums, bislang sei „unseres Wissens von keinem anderen Jungwolf ein derartiges Verhalten in Deutschland und in dieser Ausprägung beobachtet worden. Es ist davon auszugehen, dass ein solches Verhalten ein Einzelfall ist. Dass Sichtungen von Wölfen grundsätzlich zunehmen werden ist durch die weitere Verbreitung anzunehmen.“

Experten gehen davon aus, dass es sich um ein aus dem Stammrudel abgewandertes, etwa zehn Monate altes Jungtier auf der Suche nach einem eigenen Revier handelt.

Weitere Nachrichten zum Wolf in der Region finden Sie auf www.noz.de/wolf

Wolfsnachweise in Niedersachsen: Klicken Sie auf die Symbole für mehr Informationen (E = Einzelnachweis; P = Wolfspaar; R = Rudel).


Karte: Google/Sanders


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