Unterstützerkreis für Flüchtlinge Willkommenskultur im mittleren Emsland stärken

Von Georg Hiemann

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Gemeinsam aktiv in der sozialen Flüchtlingshilfe: Die Vertreter von Landkreis, Stadt, SKM, DRK und Awo hoffen auf viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Foto: Georg HiemannGemeinsam aktiv in der sozialen Flüchtlingshilfe: Die Vertreter von Landkreis, Stadt, SKM, DRK und Awo hoffen auf viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Foto: Georg Hiemann

Meppen. Zu einer Infoveranstaltung des Sozialdienstes katholischer Männer (SKM) Emsland Mitte für eine ehrenamtliche Unterstützung der Flüchtlinge waren rund 80 Bürger ins Meppener Propsteigemeindehaus gekommen. 15 von ihnen erklärten anschließend ihre Bereitschaft, ehrenamtlich aktiv zu werden. Eine personelle Basis, die ausgebaut werden soll.

„Eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen setzt die Aufnahme in die Gesellschaft voraus. Die positive Grundstimmung der Bürger muss man mitnehmen, um den Flüchtlingen eine intensivere Begleitung und Orientierung zu ermöglichen“, so der Geschäftsführer des Sozialdienstes katholischer Männer (SKM) Emsland Mitte, Arnold Esters. Und SKM-Vorsitzender Günter Göken ergänzte: „Wir müssen etwas tun, um Flüchtlinge zu integrieren, und dazu benötigen wir ehrenamtliche Hilfe“.

In einem Pressegespräch mit unserer Zeitung, zu dem sich Göken, Esters, Nicole Jager und Alicia Lewczok (alle SKM), Fachbereichsleiter Andreas Pothen (Stadt Meppen) in Vertretung von Bürgermeister Helmut Knurbein, Sozialdezernentin Sigrid Kraujuttis (Landkreis), Josef Wittrock und Inna Schulze (DRK) sowie Lilia Hübscher (Awo) trafen, wurden Ziele und Möglichkeiten für eine Unterstützung der Flüchtlingen erörtert.

Über die Veranstaltung im Propsteigemeindehaus berichtete Arnold Esters: Themen wie die Einbindung Ehrenamtlicher in die Flüchtlingshilfe, Unterbringung, Sprache, Bildung und Arbeit standen im Mittelpunkt des Infoabends. Aber auch über Freizeitbeschäftigung und Freiwilligentätigkeiten wurde gesprochen. „Wir hoffen jetzt, dass viele Vereine und Gruppe unsere Arbeit unterstützen und vielleicht entsprechende Angebote machen.“

Tätigkeitsfelder könnten zum Beispiel Alltagsbewältigung, Begegnungen, Freizeit und Sprach-/Lernförderung sein. Esters kündigte an, weitere Veranstaltungen seien geplant, um Hilfsangebote auch konkret umsetzen zu können.

Bereits 927 Menschen (Stand: 31. Dezember 2014) sind als Asylbewerber im Landkreis Emsland registriert. „Bis Mitte des Jahres werden weitere 1340 Asylbewerber erwartet“, erläuterte Sozialdezernentin Kraujuttis. Leider reichten die Gelder des Landes nicht aus, „die Kommunen fühlen sich vom Land in Stich gelassen“.

Im Gegensatz dazu sehe der Landkreis das hohe Engagement der Kommunen und vieler Bürger vor Ort. Kraujuttis sagte: „Es ist nicht nur wichtig, ein Dach über den Kopf zu haben, sondern vor allem auch eine angemessene Betreuung.“ Daher komme der Sozialarbeit für Flüchtlinge eine große Bedeutung zu, stellte die Sozialdezernentin fest. „Der SKM Emsland Mitte ist seit vielen Jahren in der Integrations- und Migrationsarbeit engagiert und der Ansprechpartner für den Landkreis. Wir sind froh, dass wir den SKM für das mittlere Emsland haben.“

Andreas Pothen stellt zurzeit eine breite Unterstützung der Bevölkerung fest und betonte, die Stadt wolle die Willkommenskultur für Flüchtlinge stärken. Dazu habe man die neue Stelle der Integrationsbeauftragten geschaffen und mit Elisabeth Mecklenburg besetzt. Sie stelle sich zum Beispiel vor, durch Ehrenamtliche eine „Bürgerwerkstatt Fahrrad“ für Flüchtlinge auf dem Kossehof zu schaffen.

Über die bereits aufgenommenen 174 Flüchtlinge hinaus müsse die Stadt noch bis September weitere 200 Flüchtlinge aufnehmen . „Wir sind in Meppen froh, dass es hier zu keiner Gettobildung kommt. Wir haben bisher 51 Wohnungen für die Unterbringung anmieten können.“ Alle Wohnungen würden vom Kolpingswerk Salzbergen mit einer kompletten Erstausstattung versehen. Die Stadt habe einen Flyer mit ersten wichtigen Informationen für die Asylbewerber erstellt, auch in arabischer Sprache und bald auch auf Englisch.

„Das Allerwichtigste ist Sprache“, betonte Lilia Hübscher vom Awo-Jugendmigrationsdienst. Sieben ehemalige Lehrer geben Flüchtlingen Sprachunterricht. Inna Schulze und Josef Wittrock stellten die Aufgaben der DRK-Migrationsberatung für Erwachsene vor und unterstrichen die Notwendigkeit der Einbindung Ehrenamtlicher. Seit sieben Jahren gibt es das Sprach- und Lernprojekt des SKM Emsland Mitte. „Es fördert durch ehrenamtliche Helfer an Grundschulen, Förderschulen und Oberschulen Kinder mit Migrationshintergrund“, führte Nicole Jager aus. Zurzeit fördern 37 Lernhelfer rund 70 Kinder an 14 Schulen im mittleren Emsland.

Wer sich ehrenamtlich in der sozialen Flüchtlingsarbeit engagieren will, kann sich bei Arnold Esters, Telefon 05931/931115 oder
E-Mail: a.esters@skm-meppen.de melden.


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