Gieseke bei der Caritas in Meppen Immer mehr Obdachlose im Emsland

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Jens Gieseke zu Besuch bei der Caritas in Meppen: Marcus Drees, Alexander Menke und Elisabeth Behnes. Foto: Ina WemhönerJens Gieseke zu Besuch bei der Caritas in Meppen: Marcus Drees, Alexander Menke und Elisabeth Behnes. Foto: Ina Wemhöner

Meppen. Wohnungslos, drogenabhängig und arbeitssuchend – Sozialarbeiter Alexander Menke beschäftigt sich täglich mit den individuellen Problemen von Obdachlosen in der Beratungsstelle des Caritasverbandes in Meppen. CDU-Europaabgeordneter Jens Gieseke informierte sich bei einem persönlichen Besuch in der Wärmestube am Domhof über die Wohnungslosenhilfe der Caritas.

Alexander Menke stellte bei dem Besuch auch die Obdachlosenzahlen des vergangenen Jahres vor . „2014 kamen insgesamt 249 Wohnungslose zur Beratungsstelle nach Meppen. Im Jahr davor waren es noch 220“, berichtete Menke. Jedoch will nicht jeder eine sozialpädagogische Betreuung, einige der Obdachlosen ziehen einfach weiter. „Insgesamt werden aktuell 40 Obdachlose regelmäßig von der Caritas betreut. „Wir vermitteln unsere Klienten auch weiter an die Sucht- oder Schuldnerberatung und versuchen eine Arbeitsstelle für sie zu finden“, erklärte der Sozialarbeiter.

Wohnungen sind knapp

An erster Stelle stehe jedoch das Suchen einer Wohnung , was sich derzeit als enorm schwierig erweise, berichtete Marcus Drees, Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Landkreis Emsland. „Die Mieten in Meppen sind hoch und viele Vermieter möchten einfach keine Obdachlosen als Mieter haben“, so Drees. Auch die wirtschaftlich gute Lage trage dazu bei, dass der preiswerte Wohnraum immer knapper werde: „Viele Menschen ziehen auch wegen der Arbeiter stelle hierher und mieten dann auch kleine Wohnungen an.“

Mit dem Projekt „Wohnung statt Parkbank“ tritt der Caritasverband als Mieter auf, der die Wohnungen dann untervermietet. „Bei manchen Bewohnern steht die Kaffemaschine in der Wohnung direkt am Bett. Alte Strukturen müssen erst wieder hergestellt werden, darin unterstützen wir sie“, erläuterte Menke. Der Caritasverband hat derzeit 19 Wohnungen angemietet. Die Verwaltungsarbeit und Behördengänge hätten somit auch enorm zugenommen, so Menke.

Einen Grund für die gestiegenen Obdachlosenzahlen sieht der Sozialarbeiter in den hohen Energiekosten. „Die Schuldnerberatung vermittelt uns viele Betroffene mit Räumungsklagen, weil sie ihre Strom- und Heizkosten nicht mehr decken konnten“, erzählte Menke. Jens Gieseke sieht diese „Energiearmut“ als Konsequenz der Energiewende: „Mit der Ablehnung der Atompolitik sind auch gleichzeitig die Strompreise gestiegen.“

Vor allem für junge Menschen ohne Einkommen sieht Menke eine große Gefahr ihr Zuhause zu verlieren, denn bei unter 25-jährigen Hartz-IV-Empfängern komme noch dazu, dass ihnen finanzielle Mittel gestrichen werden, wenn Vereinbarungen mit dem Arbeitsamt nicht eingehalten werden. So sei die Zahl der unter 25-jährigen Obdachlosen auch in Meppen gestiegen.

Elisabeth Behnes erzählte Gieseke von ihrer Arbeit in der Wärmestube, die sie 1995 in Meppen ins Leben gerufen hat. „Ich wollte ein Plätzchen für Obdachlose schaffen. Hier können sie duschen, bekommen eine warme Mahlzeit und Kleidung“, berichtete die ehrenamtlich Tätige, die auch Flüchtlinge betreut. Die Mitarbeiter des Caritasverbandes sehen besonders den Konflikt der Obdachlosen mit den Flüchtlingen kritisch. „Einige Obdachlose haben das Gefühl, sie werden nun vernachlässigt. Dieses Konkurrenzdenken müssen wir versuchen zu vermeiden“, so Drees.


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