Familienpaten des SkF Meppenerin ist Ersatzoma aus Leidenschaft

Von Ina Wemhöner

Sie wissen, wie wichtig die Paten für die Familien sind: (von links) Walburga Nürenberg(Vorsitzende des SkF), Rita Janssen und Rita Gödde-Zink (Geschäftsführerin) .Foto: ArchivSie wissen, wie wichtig die Paten für die Familien sind: (von links) Walburga Nürenberg(Vorsitzende des SkF), Rita Janssen und Rita Gödde-Zink (Geschäftsführerin) .Foto: Archiv

Meppen. Familie, Beruf und zusätzlich die Hausarbeit – junge Familien können all das oft nicht allein bewältigen. Für diese Fälle greifen die Familienpaten des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) den Familien unter die Arme und unterstützen sie in ihrem Alltag.

„Als Patin habe ich schon so viel erlebt. Es macht mich glücklich, dass ich da helfen kann, wo man mich braucht“, schildert Margret Bartels. Die 59-Jährige ist seit sechs Jahren ehrenamtliche Familienpatin beim SkF in Meppen und selbst Mutter von drei Kindern.

Bei ihrem ersten Einsatz als Familienpatin stand die Meppenerin eineinhalb Jahre einer jungen schwangeren Migrantin zur Seite. „Ich habe sie bei vielen Behördengängen begleitet. Wir haben viele Gespräche über die Zukunft geführt, und ich war dann sogar im Kreißsaal mit dabei“, erzählt Bartels.

Nach der Geburt begleitete und unterstützte sie die junge Mutter weiterhin einmal in der Woche. „Wir hatten eine tolle Zeit zusammen. Leider ist sie dann von einem Tag auf den anderen plötzlich weggezogen.“

Rita Janssen, Sozialpädagogin und Projektleiterin für das Projekt Familienpaten, bat die 59-Jährige schon kurze Zeit später um Unterstützung einer jungen alleinerziehenden Mutter mit Drillingen im Alter von fünf Jahren. Zwei der Mädchen hatten eine Behinderung. „Nach einer Eingewöhnungszeit hatte ich mich mit den Mädchen angefreundet. Ich versuchte, der Mutter so viele Pausen und Auszeiten wie möglich zu schaffen“, erzählt die gelernte Hauswirtschafterin.

„Nähe und Distanz zu wahren ist für die Familienpaten sehr wichtig. Sie werden daher mit einem Lehrgang auf ihre Aufgaben vorbereitet“, sagt Rita Janssen vom SkF. Auch der regelmäßige Austausch aller Paten untereinander hilft bei Kommunikationsschwierigkeiten und Problembewältigungen. Derzeit werden 20 Familien von ehrenamtlichen Familienpaten betreut. „Das Ehrenamt sollte dabei nicht ausgenutzt werden. Die Paten sind nicht für die Hausarbeit zuständig, sondern sollen als Ansprechpartner und Vertraute eingesetzt werden“, erläutert Janssen.

Die Paten erhalten auch einen Ausweis des SkF und können ein erweitertes Führungszeugnis vorweisen, damit sie die Familien bei Behördengängen begleiten und gegebenenfalls auch Anträge für die Familien stellen können. Einmal im Jahr findet zudem seitens des SkF eine Weiterbildung statt. „Manche der Familien haben auch einen Migrationshintergrund, daher werden wir die interkulturellen Kompetenzen bei den Paten weiterhin fördern“, erzählt Janssen.

Als enge Vertraute oder gar als Großmutterersatz geht Margret Bartels voll in ihrer Rolle auf. Zurzeit unterstützt sie eine junge Mutter, die aus beruflichen Gründen ohne Partner im Emsland lebt. Die Familienpatin kümmert sich einmal die Woche um den vierjährigen Sohn. „Ich entlaste die Mutter gerne etwas, damit sie auch mal Zeit für sich hat“, so die Meppenerin.