Wenn das Familienbild bröckelt SkF-Frauen in Meppen helfen Familien in Notsituationen

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Sie beraten Familien in schwierigen Lebenssituationen: (von links): Kerstin Jansing (Dipl. Sozialpädagogin ), Silvia Kolodzey (Dipl. Sozialpädagogin), Katharina Tschritter (Dipl. Sozialpädagogin), Lena Schoo (Sozialarbeiterin). Foto: Ina WemhönerSie beraten Familien in schwierigen Lebenssituationen: (von links): Kerstin Jansing (Dipl. Sozialpädagogin ), Silvia Kolodzey (Dipl. Sozialpädagogin), Katharina Tschritter (Dipl. Sozialpädagogin), Lena Schoo (Sozialarbeiterin). Foto: Ina Wemhöner

Meppen. Die Mitarbeiterinnen bei der Sozialpädagogischen Familienhilfe helfen da, wo die Verzweiflung in den Familien groß ist. Gemeinsam werden Ziele mit den Familien vereinbart und versucht, Probleme zu lösen und das Familienbild zu stabilisieren. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich auch alle Beteiligten auf die Hilfe einlassen.

Um diese Hilfe in Anspruch zu nehmen, muss zuvor ein Antrag seitens der Familie beim zuständigen Jugendamt gestellt werden. Die Fachkräfte gehen dann in die Familien und verschaffen sich ein Bild von der Ausgangssituation. „Häufig haben die Familien mit Schulden zu kämpfen oder Erziehungsprobleme. Psychische Erkrankungen oder Konflikte sind in den Familien auch festzustellen“, erzählt Sozialpädagogin Katharina Tschritter (SkF).

Gemeinschaftlich erarbeiten die Sozialpädagoginnen mit den Familien einen Hilfeplan und legen Ziele und Überprüfungszeiträume fest. Bei Schulden wird mit den Beteiligten ein Haushaltsbuch angelegt, um den finanziellen Überblick zu behalten. „Mittels intensiver Unterstützung und Begleitung der Familien werden die Ziele dann Schritt für Schritt durchgeführt und im optimalen Fall dann auch gemeinsam erreicht. Auch erzieherische Maßnahmen sind häufig durchzuführen, da oftmals auch Kinder in der Familie sind“, so Tschritter. Die bestehenden Probleme haben oft schon ihren Ursprung in der Herkunftsfamilie der Eltern, wo Gewalt, Arbeitslosigkeit und Überforderung bestanden und an die nächste Generation weitergegeben wurden.

Wichtig bei der Arbeit mit den Familien sei die Nähe, aber auch die Distanz zu bewahren, um ein professionelles Verhältnis schaffen zu können, so die Sozialpädagogin Kerstin Jansing. „Ein Vertrauensverhältnis ist wichtig. Die Mütter reagieren unterschiedlich darauf, wenn wir plötzlich in ihren Haushalt reingucken oder auch eingreifen. Viele sind jedoch froh, dass sie durch unsere Hilfe unterstützt werden und sich etwas ändert“, erzählt Jansing.

Neben der Kooperation mit den Eltern und den Kindern ist auch eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen und Kitas gefragt. „Ein Austausch ist wichtig, wenn es Probleme in der Schule oder bei den Hausaufgaben gibt“, erklärt Tschritter

Anhand des Leitspruchs „Hilfe zur Selbsthilfe“ werden die Familien zur eigenständigen Problembewältigung angeregt. Im Allgemeinen ist die Hilfe auf sechs bis 24 Monate angelegt, der Umfang der Wochenstunden richtet sich nach den Problematiken in den Familien. „Wir sind häufig länger als sechs Monate in den Familien. Das Bewusstsein, dass sich etwas ändern muss, kommt nämlich bei vielen erst später“, berichtet Tschritter. Im Jahr 2014 haben die Mitarbeiterinnen 23 Familien betreut.

Nach Beendigung der Maßnahme wird den Familien die Möglichkeit geboten, sich der Nachbetreuungsgruppe anzuschließen, die sich mehrmals im Jahr trifft. In diesem Rahmen können sich Familien zwanglos untereinander austauschen.


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