Über 80 Betriebe folgen Projekt Emsland vergibt Türplakette „Inklusiver Betrieb“


Meppen. Die emsländischen Behinderteneinrichtungen und der Landkreis Emsland haben im April 2014 mit Unterstützung der Kreishandwerkerschaften und des emsländischen Wirtschaftsverbandes das gemeinsame Projekt „Initiative Inklusion-Berufliche Qualifikation & Teilhabe am Arbeitsleben“ ins Leben gerufen. Bis heute haben sich bereits über 80 emsländische Betriebe, Kommunen und Institutionen durch den Abschluss von Kooperationsvereinbarungen mit den Behinderteneinrichtungen dauerhaft dem Vorhaben verschrieben.

In der Mensa des Vitus-Werkes wurden unter der musikalischen Gestaltung durch das „Sole Tutti“ – Orchester des Vitus-Werkes 40 der über 80 beteiligten Betriebe und Einrichtungen als äußeres Zeichen der Anerkennung durch die Behindertenbeauftragte des Landkreises, Ursula Mersmann, durch die Sozialdezernentin Sigrid Kraujuttis und Karin Viehler aus den Vitus-Werkstätten ein Türschild mit der Aufschrift „Inklusiver Betrieb – Partner für Teilhabe am Arbeitsleben“ offiziell verliehen. Die nicht anwesenden Betriebe erhalten das Türschild auf postalischem Wege. Landrat Reinhard Winter gab sich begeistert davon, dass die „Inklusion als gesamtgesellschaftliches Thema“ im Emsland längst angekommen sei. Es müsse aber immer wieder „Initialzündungen geben, dass die Inklusion im Arbeitsleben auch richtig“ greife. „Um zahlreiche Arbeitsplätze im Emsland in Zukunft überhaupt besetzen zu können, müssen wir die Inklusion noch mehr vorantreiben“, machte Winter Betrieben und Kommunen Mut, den Schritt nach vorn zu wagen. Und das forderte er, damit der Landkreis Emsland seine Vorbildfunktion auf dem Gebiet der Kooperationen in Deutschland behält. „Ich schaue in diesem Bereich auf eine gute Zukunft im Kreis.“ Besonderen Dank richtete der Landrat an alle Betriebe und Einrichtungen, die nicht erst durch die Initiative sich der Inklusion widmeten. „Die Einrichtung behindertengerechter Arbeitsplätze steht uns im Landkreis gut zu Gesicht“, erhofft sich Winter durch die Auszeichnung „Inklusiver Betrieb – Partner für Teilhabe am Arbeitsleben“ eine weitere Sogwirkung in der Arbeitswelt. Der Landkreis wird zukünftig weitere Türschilder als Auszeichnung an Betriebe vergeben, die sich neu der Initiative anschließen und behinderten Mitmenschen dauerhaft Lohn und Brot geben.

Schöne Anerkennung

Die ausgezeichneten Betriebe waren durchaus stolz auf ihre Türplaketten. „Ich finde gut, dass der Landkreis unsere Arbeit öffentlich macht. Uns geht es bei der Initiative darum, Menschen mit Behinderungen ins normale Arbeitsleben aufzunehmen. Wir beschäftigen schon seit fünf Jahren behinderte Menschen“, hieß es von Hans-Georg Meyer, Abteilungsleiter der Emsland Frischgeflügel in Haren. „Eine schöne Anerkennung für unsere langjährige Arbeit mit Behinderten. Seit drei Jahren bilden wir Menschen mit Behinderung zum Werker in der Landwirtschaft aus. Das klappt gut, und der Markt für die Werker ist bei immer größeren Betrieben auch da“, freute sich Landwirt Klaus Bockmeyer aus Lingen über die Plakette. „Sie ändert nichts an unsere positive Einstellung zu Behinderten. Sie sollte aber für andere Anlass sein, sich der Einstellung behinderter Menschen zu verschreiben“, betonte Hugo Gelze vom „Wöhlerhof“ in Spelle.

Als Hausherr hatte eingangs der Feierstunde Michael Korden, Geschäftsführer des Vitus-Werkes, einen Einblick in die Arbeit der an 40 Stellen des mittleren Emslandes aktiven Einrichtung gegeben und klar herausgestellt: „Inklusion ist nicht nur, wenn alle zusammen sind, sondern wenn auch jeder das bekommt, was er braucht. Das Vitus-Werk versteht sich als Motor der Inklusion.“ Erfolgreich, wie an den ausgezeichneten Betrieben und Einrichtungen deutlich wurde – immer mit allen Behinderteneinrichtungen des Landkreises.

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