Investitionen von 75 Millionen Euro Westfalenbahn bestellt neue Züge für die Emslandlinie

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Züge der Westfalenbahn, wie hier einer in Osnabrück zu sehen ist, werden in Zukunft auch auf der Emslandstrecke unterwegs sein.Züge der Westfalenbahn, wie hier einer in Osnabrück zu sehen ist, werden in Zukunft auch auf der Emslandstrecke unterwegs sein.

Meppen. Zum 13. Dezember 2015 gibt es Veränderungen auf der Emsland-Bahnlinie von Münster über Rheine bis nach Leer und Emden. Ab dann übernimmt für 15 Jahre die Westfalenbahn die Strecke und löst damit die DB Regio der Deutschen Bahn ab. Die Westfalenbahn wird nach eigenen Angaben 75 Millionen Euro in neue Züge investieren.

Statt der bekannten Regional-Expresse der Bahn werden dann die gelb-blauen Fahrzeuge der Westfalenbahn auf der Strecke quer durch das Emsland zu sehen sein. Die Westfalenbahn hatte sich laut Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) mit dem „wirtschaftlichsten Angebot“ bei der europaweiten Ausschreibung durchgesetzt. Das Unternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Bielefeld hat für die Strecke bereits 15 vierteilige Elektrobetriebswagen bestellt. Das teilte die Westfalenbahn auf Anfrage unserer Redaktion mit.

„Die Züge befinden sich zurzeit im Bau, das erste Fahrzeug wird bereits in Betrieb genommen“, so Stefan Bennemann, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung bei der Westfalenbahn. Das Unternehmen rechnet damit, dass im Sommer die ersten Fahrzeuge auf der Emslandstrecke für Test- und Ausbildfahrten genutzt werden. Die letzten Fahrzeuge sollen im Herbst auf den Schienen stehen. Insgesamt wird die Westfalenbahn ab dem 13. Dezember 2,4 Millionen Zugkilometer pro Jahr zwischen Münster und Emden zurücklegen.

Laut LNVG werden von dem Wechsel der Dienstleister vor allem gehbehinderte Menschen und Fahrradfahrer profitieren. So soll auf der Emslandlinie in den Bahnhöfen Emden Außenhafen, Emden Hauptbahnhof, Leer, Papenburg, Dörpen, Haren, Meppen, Lingen, Leschede, Rheine, Emsdetten und Münster ein niveaugleicher und somit barrierefreier Zugang möglich sein. Auch an Fahrradfahrer habe die Westfalenbahn gedacht. „In eigens dafür eingerichteten Mehrzweck-Bereichen stehen für Drahtesel pro Zug je nach Bedarf rund 50 Stellplätze bereit“, teilte die LNVG bei der Bekanntgabe des neuen Dienstleisters auf der Emslandstrecke mit. Insgesamt erhoffe sich die LNVG auf der Linie in den nächsten 15 Jahren eine Zunahme der Fahrgastzahlen, die zurzeit je nach Abschnitt täglich zwischen 1000 und 4000 Reisenden pendeln.

Um die Emslandstrecke zu fahren, wird die Westfalenbahn auch zusätzliches Personal einsetzen. Insgesamt sollen es 70 neue Mitarbeiter sein. „Am 3. November hat mit 20 Teilnehmern der erste Lehrgang zum Triebfahrzeugführer in Meppen begonnen“, sagt Stefan Bennemann. Ein weiterer Ausbildungslehrgang für bis zu 20 Teilnehmer sei für Anfang März geplant. Bereits jetzt wirbt die Westfalenbahn auf ihrer Homepage für die Ausbildung zum Triebfahrzeugführer, unter anderem in Rheine, Emden und Münster. Die Kurse für Kundenbetreuer sollen im Oktober und November laufen. „Das Bewerbungsverfahren startet im Frühjahr“, so Bennemann.

Die Westfalenbahn stehe auch in Kontakt mit der DB Regio . Das Personal, dass dort auf der Strecke derzeit im Einsatz ist, könne laut Bennemann „gern zur Westfalenbahn wechseln“. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Kritik der Fahrgäste an Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Züge der Deutschen Bahn auf der Emslandstrecke gegeben.

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Die Westfalenbahn GmbH wurde 2005 von den Gesellschaftern Mobiel GmbH aus Bielefeld , der Mindener Kreisbahnen GmbH , der Abdellio GmbH aus Essen und der Verkehrsbetriebe Extertal GmbH gegründet. Aktuell beschäftigt die Westfalenbahn 139 Mitarbeiter, darunter 62 Triebfahrzeugführer, 36 Kundenbetreuer, 13 Werkstattmitarbeiter, 27 Verwaltungsangestellte sowie Geschäftsführer Rainer Blüm. Bisher erbringt die Westfalenbahn 4,1 Millionen Zugkilometer jährlich auf dem mehr als 300 Kilometer langen Teutoburger-Wald-Netz.

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