Otto und Hulda Pankok geehrt Einstige Meppener sind Gerechte unter den Völkern

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Eva Pankok erhält die Urkunde von S. E. Yakov Hadas-Handelsman, Botschafter des Staates Israel. Foto: Margrit SchmidtEva Pankok erhält die Urkunde von S. E. Yakov Hadas-Handelsman, Botschafter des Staates Israel. Foto: Margrit Schmidt

Meppen. Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat den einst in Meppen residierenden Maler Otto Pankok und seine Ehefrau, die Journalistin Hulda Pankok, geborene Droste, sowie den Pfarrer Joseph Emonds posthum mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.

Zu Ehren von Otto und Hulda Pankok und Joseph Emonds hatte die Präsidentin des Kammergerichts Berlin zu einer Feierstunde in den Plenarsaal des Gerichts eingeladen. Neben der Tochter des Malers, der 89-jährigen Eva Pankok, nahmen Mitarbeiter und ausgewählte Wegbegleiter des Otto Pankok Museums in Hünxe daran teil.

Aus dem Emsland waren Andrea Kaltofen vom Fachbereich Kultur des Landkreises sowie Hannelore und Peter de Hoogd von der Galerie „Atelierspuren“ in Meppen-Bokeloh eingeladen. Sie vertreten das Werk des Malers Otto Pankok (1893-1966), der aufgrund der politischen Ereignisse mit seiner Familie von 1938 bis 1941 Zuflucht in Bokeloh fand.

Der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, überreichte stellvertretend an die Angehörigen der Geehrten eine Ehrenurkunde und eine Medaille von Yad Vashem .

Das Grußwort des Berliner Justizsenats überbrachte Senator Thomas Heilmann, die Laudatio sprach Sandra Witte von der israelischen Botschaft. Anschließend sprach Professor Jan Philipp Reemtsma vom Hamburger Institut für Sozialforschung über „Zivilcourage damals und heute“.

Verfolgte versteckt

Otto und Hulda Pankok versteckten 1944 das Ehepaar Mathias und Brunhilde Barz vor der Nazi-Verfolgung in ihrem Haus in Pesch bei Münstereifel. Die jüdische Schauspielerin Brunhilde Barz, geborene Stein, und ihr Mann, der Maler Mathias Barz, dem damals – ebenso wie Otto Pankok – Berufsverbot erteilt worden war, entkamen zunächst, in einer Dachkammer des Hauses Pankok versteckt, dem Naziterror. Als im Erdgeschoss des Hauses Soldaten einquartiert wurden, wurde das Verbleiben des Ehepaares zu gefährlich. Daraufhin versteckte der katholische Pfarrer Joseph Emonds das verfolgte Ehepaar Barz in seinem Pfarrhaus in Kirchheim. Nur durch die Hilfe der drei Deutschen überlebte das Ehepaar den Holocaust, und deshalb werden Otto und Hulda Pankok und Joseph Emonds postum mit dem Titel „Gerechte/r unter den Völkern“ von Yad Vashem ausgezeichnet.

Die 1953 gegründete israelische Gedenkstätte Yad Vashem ist dem Andenken an die sechs Millionen Juden, die von den Nationalsozialisten und ihren Helfern ermordet wurden, gewidmet. Zugleich vergibt Yad Vashem im Namen des jüdischen Volkes und des Staates Israel diese hohe Auszeichnung an Nicht-Juden, um diejenigen, die mit persönlichem Einsatz und oft unter Gefährdung des eigenen Lebens oder des Lebens ihrer Familien den Juden beistanden, zu ehren. Insgesamt haben bisher 25271 Menschen die Ehrung „Gerechter unter den Völkern“ erhalten, davon 553 Deutsche.


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