Ausgleich für Baugrundstücke 9000 Bäume am Waldrand in Meppen gepflanzt

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Meppen. Trotz des anhaltenden Regenwetters sind in den letzten Wochen in einem ausgedünnten Nadelwald im Bereich Dürenkämpe in Meppen 9000 junge Bäume gepflanzt worden. Sie sind der Ausgleich für die Erschließung von Baugrundstücken an einem Waldrand.

Am Schlagbrückener Weg am Rand der Meppener Neustadt gibt es eine Stichstraße, die bislang nur an einer Seite bebaut ist. An der anderen Seite besitzen die Familien Brümmer und Kassens Flächen. Sie schlugen der Stadt Meppen vor, diese für eine Bebauung mit Einfamilienhäusern zur Verdichtung der Wohnsiedlung zu nutzen. Die Stadt räumt einer Verdichtung Vorrang vor dem Erschließen neuer Baugebiete ein. Aber in diesem Fall bedeutete dies, den Waldrand so weit zurückzunehmen, dass Häuser gebaut werden können. Dafür musste ein entsprechender Ausgleich geschaffen werden, und dies verlangte die Stadt per Ratsbeschluss auch von den Grundeigentümern Ende 2013, und zwar auf deren Kosten.

Anfang 2014 wurden die Bäume auf den vier Baugrundstücken gefällt, die Stichstraße ausgebaut und um einen Wendehammer ergänzt. Inzwischen stehen an der Stichstraße die ersten beiden Häuser vor der Vollendung. Im selben Zeitraum wurde ein bislang mit Kiefern und Lärchen bestandener 3600 Quadratmeter großes Forstgebiet in Dürenkämpe ausgedünnt und für eine Bepflanzung vorbereitet. Jetzt sind hier 1000 Stieleichen und 8000 Hainbuchen gesetzt worden.

Familienangehörige und Helfer haben die Bäume gepflanzt, erzählt Wilhelm Brümmer. „Bei dem Wetter ist das Gießen der Setzlinge nicht nötig“, freut er sich. Zurzeit wird ein Zaun errichtet, zum Schutz der jungen Pflanzen vor Wildverbiss.

Betriebsförster Friedrich Sloot von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen begleitet die Arbeiten. Er hat 2010 das Forstbetriebsgutachten für die Stadt Meppen erstellt. Darin werden die Vorteile des Waldumbaus dargestellt, dem schrittweisen Ablösen der Bepflanzung mit Nadelholz durch Laubholz. Nadelholz ist anfälliger für Windbruch und Laubholz verkraftet die Folgen des Klimawandels besser. Somit hat der Wald, den die Familien Brümmer und Kassens gepflanzt haben, bessere Chancen stattlich heran zu wachsen. Vorerst bieten die Kiefern und Lärchen den jungen Bäumen Schutz. Sind die Buchen und Eichen herangewachsen, werden die Kiefern und Lärchen nach und nach gefällt, sodass ein Laubwald entsteht.


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