Konzert in Gustav-Adolf-Kirche Panflötenklänge verzaubern im Advent in Meppen

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Meppen. Ob moldawische Hirtenmusik, Werke der Klassik oder Weihnachtslieder – Panflötist Roman Kazak und Organist Wladimir Steba haben mit ihrem virtuosen Klangerlebnis adventliches Strahlen auf die Gesichter ihres Konzertpublikums in der Gustav-Adolf-Kirche gezaubert.

Einfühlsam, aber pathosfrei eröffnete Kazak, zu Recht als „Prince of Pan“ bezeichnet, den stimmungsvollen Konzertabend mit Schuberts „Ave Maria“, bevor er sich und seinen Begleiter Steba am E-Piano vorstellte, um dann durch das vielseitige Programm zu führen. Bedauerten einige Zuhörer zunächst, dass die Marcussen-Orgel der Kirche nicht zum Einsatz kommen konnte, da die Künstler für ein Einspielen Meppen zu spät erreicht hatten, so hatte es durchaus etwas für sich, die faszinierende Spielweise der beiden moldawischen Künstler auch intensiv beobachten zu können, statt sich vom Orgelboden aus, sozusagen von hinten, allein von der Klangvielfalt umhüllen zu lassen.

Stebas exzellente Begleitung zeugte durchaus auch an diesem Instrument von seinen virtuosen Qualitäten; und während sich völlig entspannt jede musikalische Phrase in seinem Gesicht widerspiegelte, gab er dem Begleitinstrument feinsinnig durchaus eigene Ausdruckskraft. Ohne Blickkontakt zu brauchen, faszinierten die beiden hochkarätigen Musiker durch ihr bis in das kleinste Ritardando präzises Zusammenspiel – da passte jeder Akzent, jede Phrasierung, jede Akzeleration atemberaubender Tonakrobatik minutiös.

Strahlkraft

Ob im musikalischen Dialog oder als zurückhaltende Basis, Steba unterstrich die Wirkung der Panflöte, der Kazak Strahlkraft verlieh, die selbst bei technisch höchster Anforderung völlig unangestrengt, leicht und frisch durch den Raum schwebte.

Ließ Kazaks Interpretation des Menuetts und des Scherzos aus Bachs h-Moll-Suite, die dreisätzige Sonate Nr. 1 für Flöte von Mozart und die als Bravourstück auswendig präsentierte Rhapsodie Nr. 3 von Liszt als nicht alltägliches Hörerlebnis aufhorchen und somit neu und damit intensiv erleben, so entfaltete Kazak den ganzen Klangreichtum seiner beiden Panflöten unterschiedlicher Stimmlage mit traditioneller Musik – sei es geheimnisvoll verträumt in einem rumänischen Liebeslied, schlicht vom rumänischen Nikolaus erzählend, der zu den Hirten kommt, oder in „Doina“, den unendliche Weite ausstrahlenden Hirtenliedern. Hier griff das Begleitinstrument echohaft die Impulse der Panflöte auf, assoziierte Perpetuum-mobile-artig die rhythmische Aufschaukelung fortlaufender Streicherbässe und temperamentvolle Hackbrettuntermalung für die gestalterische Vielfalt feuriger oder verträumter Glissandi sowie atemberaubender Staccato-Passagen der Panflöte.

Ergänzt wurde dieses traditionelle Spektrum durch die moldawische „Schlittenfahrt“, eine moldawische „Tanzsuite“ sowie drei Weisen aus dem Banat. Sehnsucht und unbändige Lebensfreude, getragene Melancholie und rasende Tonkaskaden kennzeichneten Kazaks ausdrucksstarkes Spiel.

Aus eigener Notenfeder stammt sein „Weihnachtsmarkt“, in dem er sein Publikum auf unterschiedlichste Weise stationsartig durch die Landschaft bekannter deutscher Weihnachtslieder führte, durchzogen vom immer wieder in Dur und Moll anklingenden „Alle Jahre wieder“, was die Zuhörer offensichtlich stark berührte, bis schließlich das Gezwitscher der „Lerche“ als Zugabe den letzten musikalischen Glanzpunkt dieses Abends in Meppen setzte.

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