Rückbau Transrapid: 200.000 Tonnen Beton warten auf Abriss

Hunderttausende Tonnen Schutt fallen mit dem Rückbau der Teststrecke an. Foto: dpaHunderttausende Tonnen Schutt fallen mit dem Rückbau der Teststrecke an. Foto: dpa

Meppen. Die Planungen zum Rückbau der Transrapid-Versuchsanlage Emsland in Lathen sind zwar aus Sicht der Umweltbehörde weit fortgeschritten. Eine Umsetzung ist derzeit aber wohl nicht in Sicht, da eine Einigung über die Kosten weiter aussteht.

Das ist das Ergebnis eines Sachstandsberichtes im Umweltausschuss des Landkreises Emsland. Baudezernent Dirk Kopmeyer erläuterte dem Gremium, dass der Landkreis Emsland – soweit zuständig – die naturschutzfachlichen Belange geprüft habe oder dass sie von externen Dienstleistern geprüft worden seien.

Drei Jahre nach der Stilllegung der Anlage sei die Vorgehensweise prinzipiell klar : „Schadstoffe werden zuerst ausgebaut und unschädlich beseitigt, dann kommen die Wertstoffe und zum Schluss der Beton.“ Und in allen Bereichen werden enorme Mengen erwartet. Allein im Fahrweg stecken 203.000 Tonnen Beton, 36.100 Tonnen Stahlschrott, 285 Tonnen Aluminium und 480 Tonnen Kupfer. 850 Tonnen sind nicht verwertbar, etwa Kunststoffe.

Ob auch die bis zu 16 Meter in die Tiefe reichende Pfahlgründung unter den einzelnen Fahrwegsträgern entfernt werden müsse oder solle, sei derzeit nicht klar, sagte Kopmeyer. Wenn ja, dann fielen weitere 21.500 Kubikmeter Bauschutt an. „Noch ist nicht entschieden, ob der Ausbau der Pfähle ökologisch sinnvoll wäre“, sagte der Dezernent. Vorstellbar sei auch, dass sie etwa zwei Meter unter der Erde gekappt und im Boden belassen werden. „Das müsste aber natürlich mit den Eigentümern abgestimmt werden.“

Sobald der Abbau der Trasse beginne, werde es eine ökologische Baubegleitung geben, sagte Kopmeyer. Allerdings scheitere das Vorhaben derzeit an der offenbar fehlenden Einigung der Transrapid-Eigentümerin, der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG) und dem Bund. Derzeit entscheidet ein Gericht über einen Streit zwischen beiden Beteiligten.

Neben der eigentlichen Fahrtrasse sind Dutzende weitere Einrichtungen wir Gebäude, Besucherzentrum oder Umspannanlagen rückzubauen. Die Ausschussmitglieder Fuest (Grüne), Kötter (SPD) und Abeln (UWG) mahnten eine schnelle Einigung an, damit die „Industrieruine“ zeitnah entfernt werden könne. Das zeitweise ins Visier genommene Jahr 2018 erschien dem Ausschuss angesichts des schon jahrelangen Stillstandes als noch zu optimistisch.

Am 22. September 2006 starben bei einem Unfall eines Transrapid-Zuges auf der Teststrecke 23 Menschen, zehn Personen wurden verletzt. Ende 2011 wurde der Betrieb der Anlage eingestellt.


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