Auto teilen im Emsland Carsharing startet in Meppen

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Der Carsharing-Verein Emsland nimmt in Meppen seinen Betrieb auf. Foto: Colourbox/Grafik: NOZ/Heiner WittwerDer Carsharing-Verein Emsland nimmt in Meppen seinen Betrieb auf. Foto: Colourbox/Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Meppen. Geld sparen und die Umwelt schonen: Das sind die beiden Hauptantriebsfedern beim Carsharing, dem Konzept, sich mit mehreren Leuten ein Auto zu teilen. In diesem Herbst hat sich in Meppen der Carsharing-Verein Emsland gegründet. Ab Anfang Dezember geht es in der Kreisstadt mit zunächst einem Auto los. Wenn alles gut läuft, sollen weitere Fahrzeuge an anderen Orten folgen.

„Wir können jetzt endlich durchstarten“, sagte Hildegard Otten, Sprecherin des Vereins sowie der Meppener Agenda-21-Gruppe, beim jüngsten Carsharing-Treffen. Bislang zwölf Mitglieder wollen mit einem Daihatsu Travis emsländische Pioniere auf dem Feld des Autoteilens werden.

Das Auto soll einen Stellplatz am Meppener Bahnhof erhalten. Der Verein plant, in der Nähe einen abschließbaren Kasten anzubringen, in dem der Wagenschlüssel deponiert wird. Wer das Auto wann nutzen kann, wird mithilfe eines Google-Kalenders im Internet abgesprochen. „Wer Mitglied ist, erhält ein Passwort, loggt sich ein und reserviert die Termine“, so Otten. Dabei gilt das Windhund-Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt – oder in diesem Fall: fährt – zuerst. Die Kosten (siehe Info-Box) setzen sich zusammen aus dem Jahresbeitrag, den Stunden oder Tagen, in denen das Auto genutzt wird, und der Zahl der gefahrenen Kilometer.

Carsharing ist in Großstädten bereits seit Jahren etabliert. Bewohner ländlicher Regionen dagegen müssen bislang meist das eigene Auto für Strecken nutzen, die sich per Fahrrad oder zu Fuß nicht oder nicht schnell genug bewältigen lassen. Andere steigen auf öffentliche Verkehrsmittel um, doch manche kleineren Orte sind mit dem Bus schwer zu erreichen, etwa am Wochenende und außerhalb der Schulzeiten.

Hier soll nun das Konzept des Autoteilens greifen, dass sich nach Vorstellungen des Vereins besonders an Leute richtet, die sich kein eigenes Auto leisten wollen. Oder beispielsweise an Familien, für die ein Zweitwagen verzichtbar ist, die aber ab und zu ein Extra-Vehikel brauchen. Auf diese Weise ließen sich Kosten senken; darüber hinaus, so die Philosophie der Meppener Agenda-Gruppe, würden damit Umwelt und Klima geschützt.

Planung und Umsetzung des Projekts für das Emsland laufen seit eineinhalb Jahren. Man habe sich bei anderen Carsharing-Vereinen über Richtlinien, Preise und Erfahrungswerte informiert, schilderte Otten. „Wir freuen uns, dass ein großes Interesse im Emsland besteht, das Carsharing auf die Beine zu stellen.“

Aus fünf Meppener Stadtteilen habe es Anfragen gegeben. „Auch die Studenten der Hochschule in Lingen sind von diesem Projekt begeistert“, fügt die Sprecherin hinzu. Sofern das Carsharing in Meppen auf gute Resonanz stößt, soll es auf andere Gegenden des Emslands ausgeweitet werden.


Die Nutzung des Carsharing-Autos in Meppen kostet pro angefangene Stunde 2,50 Euro; für 24 zusammenhängende Stunden wird der Tagespreis von 25 Euro erhoben. Hinzu kommen die Spritkosten: Sie liegen bis zu einer Strecke von 100 gefahrenen Kilometern bei 35 Cent pro Kilometer und bei mehr als 100 Kilometern bei 25 Cent pro Kilometer.

Ein Beispiel: Wer das Auto von Donnerstag, 16 Uhr, bis Freitag, 18 Uhr, nutzt und währenddessen 180 Kilometer fährt, zahlt 25 Euro als Tagespreis plus zwei- mal 2,50 Euro für die beiden weiteren Stunden. Inklusive Benzinkosten (180 Kilometer mal 35 Cent) werden unterm Strich 85 Euro fällig.

Info zum Verein unter www.agenda21-meppen.de.

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