Kontakt über die Kontinente Meppen-Kalender landet in Australien

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Freude über den Meppener Kalender: Ingrid Altmeppen und ihr Vater, der gebürtige Meppener Bernd Altmeppen. Foto: privatFreude über den Meppener Kalender: Ingrid Altmeppen und ihr Vater, der gebürtige Meppener Bernd Altmeppen. Foto: privat

Meppen. Das Interesse an dem historischen Meppener-Kalender von Ansgar Deters ist international. Vor Kurzem landete das Werk im fernen Australien bei dem gebürtigen Meppener Bernd Altmeppen. Doch nicht nur das. Der Kalender sorgte auch zwischen den Nachkommen der Altmeppen-Zweige in Meppen und Australien für neue Facebook-Freundschaften.

Der Reihe nach. Deters großer Wandkalender mit alten Ansichten Meppens ( wir berichteten ) ist kurz nach seinem Erscheinen von vielen gekauft worden. Auch Stefanie Pohlmann und ihr Bruder Volker Pohlmann aus Meppen und die in der Stony Point Road in Crib Point Victoria 3919 in Australien lebende Ingrid Altmeppen erwarben einen. Sie bestellte ihn für ihren Vater Bernd, der in den 1950er-Jahren von Meppen nach Australien auswanderte.

„Wir lieben sie“

Der war über den Kalender so glücklich, dass die Schenkende das auf der Facebook-Seite „Meppens Historie “ postete: „The ‚Australian‘ Altmeppens have their 2015 Meppen calendars! A big thank you to Ansgar Deters and Meppen Group for sending them over! We love them! – Die australischen Altmeppens haben ihren 2015 Meppen-Kalender. Vielen Dank an Ansgar Deters und der Meppen-Gruppe für das Übersenden. Wir lieben sie.“

Diesen Eintrag lasen auch Volker und Stefanie Pohlmann. Sie zeigten ihn ihrer Mutter, einer geborenen Klene aus Meppen-Teglingen und Cousine von Bernd Altmeppen. Die Verbindung Klenes zu dem Australien-Auswanderer bestand zwar in lockerer Form weiter, aber die Freude über dieses aktuelle Foto ihrer Verwandten war doch groß. Wer weiß, wann es sonst dazu gekommen wäre? Ihre Kinder haben sich jetzt über Facebook mit ihrer Großcousine Ingrid Altmeppen angefreundet. Über das Internet kündigten sie an, Fotos auszutauschen. Sie chatten in dem sozialen Netzwerk und lassen dort viele User an ihrer Freude darüber teilhaben, dass ein alter Kalender eine alte Meppener Familie mit dem sinnigen Nachnamen Altmeppen über die mehr als 14000 Kilometer voneinander entfernten Kontinente hinweg offenbar zu einer neuen Möglichkeit der Kontaktpflege verholfen hat.

„Meppen holds a lot of special memories for us“ – An Meppen haben wir viele besondere Erinnerungen“, postet Ingrid Altmeppen zum Beispiel, und wer weiß, vielleicht führt die zufällige „Kalenderbegegnung im sozialen Netzwerk Facebook dann ja auch dazu, dass man sich einmal gegenseitig besuchen kommt. Ausgeschlossen ist das sicher nichts.

Dabei könnte dann auch so manche Erinnerung an das Meppen von einst ausgetauscht werden. Vom Marktplatz der 1930er-Jahre, über die Bahnhofstraße mit dem Geschäft Jäcklein, über die Bahnhofstraße und über die Straßencafés von damals.

Die indirekt durch Deters zustande gekommene virtuelle Familienzusammenführung ist nicht die erste. Bei einem einschlägigen Internethändler erwarb er vor ein paar Monaten einen Feldpostbrief von Hans Ottens ( wir berichteten ). Den hatte der damals 19-jährige Grenadier am 4. November 1942 aus dem ostpreußischen Sudauen an seine Eltern Maria und Heinrich Ottens nach Hüntel geschickt. Fast genau ein Jahr später – am 2.November 1943 – fiel er fernab der Heimat im Krieg – im russischen Ort Chodoroff bei schweren Gefechten um eine Brücke, die über den Fluss Dnjepr führt.

71 Jahre liegt das Schicksal dieses 1924 in Meppen geborenen Hüntelers zurück. Von Anfang an hatte Ansgar Deters den Wunsch, mögliche Hinterbliebene Ottens’ zu finden und ihnen das Schriftstück zu schenken. Und tatsächlich: Zwei Cousinen des gefallenen Soldaten nahmen vor Kurzem das Schriftstück in Empfang ( wir berichteten ). Hinweise von Lesern unserer Zeitung hatten auf die Spur der beiden Frauen geführt.

Ansgar Deters freut sich, dass er im Fall Ottens und auch jetzt bei den Altmeppens eine Art Vermittler war. „Vielleicht sollte ich den Beruf wechseln und Familienzusammenführer werden“, sagt der 50-Jährige schmunzelnd, wohl wissend, „dass ohne Kommissar Zufall auch künftig wohl vieles nicht möglich sein wird“.

Der Kalender kostet 9,80 Euro und kann bei Ansgar Deters unter 0173/5190080 oder per E-Mail unter ansgar.deters@t-online.de bestellt werden.


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