Kirchliches Leben auf neuer Basis Meppen Ost als 50. faire Gemeinde ausgezeichnet

Von Heinz-Gerd Stahl

Weihbischof Wübbe verteilt die Zertifikate an die Vertreter der einzelnen Gemeinden. Foto: Heinz-Gerd StahlWeihbischof Wübbe verteilt die Zertifikate an die Vertreter der einzelnen Gemeinden. Foto: Heinz-Gerd Stahl

Meppen. Als 50. Gemeinde im Bistum Osnabrück ist die Pfarreiengemeinschaft Meppen-Ost, bestehend aus den Kirchengemeinden St. Paulus Meppen, Sankt Antonius Apeldorn, Sankt Marien Hemsen und Sankt Vitus Bokeloh als „Faire Gemeinde ausgezeichnet worden. Weihbischof Johannes Wübbe überreichte ein Siegel im Rahmen eines Pontifikalamtes .

Mit der Aktion „Faire Gemeinde“ will das Bistum Osnabrück Kirchengemeinden ermutigen, faire und ökologische Aspekte in ihrem Kaufverhalten zu berücksichtigen, zum Beispiel beim Blumenschmuck in der Kirche, beim Bezug von Büromaterial und beim Einsatz von Strom, Gas oder Heizöl.

Die „Fairen Gemeinden“ gehen eine Selbstverpflichtung ein und legen für sich als Basis ihres Handelns fünf ökologische und faire Kriterien fest, auf deren möglichst konsequente Einhaltung sie achten möchten. Faire Kriterien können dabei die Beköstigung mit Waren aus fairem Handel, die Durchführung von Veranstaltungen zum fairen Handel und die Vergabe von fairen Geschenken sein. Zu den ökologischen Kriterien zählen z.B. das Vermeiden von Einweggeschirr und Einwegflachen, die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen und der Einsatz regional und biologisch erzeugter Produkte.

Die Vorbereitungen bis zur „Fair-Siegelung“ nahmen nach Aussage von Martina Rensen in der Pfarreiengemeinschaft Meppen-Ost rund eineinhalb Jahre in Anspruch. Mit den einzelnen Gremien seien viele Gespräche geführt worden Alle Mitgliedsgemeinden hätten sich daran beteiligt. Hubert Hoffmann von der bischöflichen Kommission „Mission, Entwicklung und Frieden“ verwies auf den Nachahmungseffekt der Aktion, die 2012 gestartet wurde. Bettina Potthast zeigte sich überzeugt, dass es Gerechtigkeit nur als Gerechtigkeit für alle gebe.

Weihbischof Johannes Wübbe machte in seiner Predigt deutlich, dass, wer anderen Menschen etwas Gutes tue, dies damit auch für Christus tue. Beim Helfen solle nicht immer darauf geachtet werden, ob man dafür eine Gegenleistung erhalte und auf die Kosten verweisen. Papst Franziskus habe die seiner Meinung zunehmende Globalisierung der Gleichgültigkeit beklagt. Gerade für Christen gelte es aber, solidarisch und barmherzig zu sein.

Jeder Mensch so, der Weihbischof, verdiene es, würdevoll behandelt zu werden. Dies gelte auch für die Aufnahme und menschenwürdige Unterbringung der immer größer werdenden Anzahl von Flüchtlingen.

Die Aktion „Faire Gemeinde“ sei eine gute Möglichkeit, Gleichgültigkeit abzulegen. Sie bedeute aber auch, Verpflichtungen einzugehen. „Wir können etwas tun und müssen nicht die Hände in den Schoß legen“.