55,4 Prozent der Eltern wünschen bis zu 25 Stunden Betreuung Im Emsland bislang keine Klage auf einen Kitaplatz

Von Helmut Diers

Immer mehr Kinder werden auch im Emsland in Kitas betreut.Immer mehr Kinder werden auch im Emsland in Kitas betreut.

Meppen. 55,4 Prozent zumindest der emsländischen Eltern, die sich an einer bundesweiten, kommunalen Bedarfserhebung zu den Kindertagesstätten beteiligt haben, wünschen sich für ihren Nachwuchs wöchentlich bis zu 25 Stunden Betreuung.

„Mehr als 45 Stunden haben 7,1 Prozent der Befragten angegeben“, stellte der Erste Kreisrat Martin Gerenkamp jetzt die Ergebnisse einer Studie der TU Dortmund im Ausschuss für Jugendhilfe und Sport des Landkreises Emsland vor.

37,5 Prozent der Eltern lägen demnach mit ihren Wünschen zwischen 25 und 45 Stunden. Zudem wünschen sich 56,8 Prozent der befragten Eltern eine Mittagsversorgung der Kinder im Rahmen öffentlicher Kinderbetreuung.

Laut der Auswertung würden im Emsland 43,6 Prozent der Kinder zu Hause betreut, rund 28 Prozent in Kindertagesstätten oder bei einer Kindertagespflegeperson. „Dabei ist der Anteil der Zuhause betreuten Kinder höher, je jünger das Kind ist. Vor allem die unter Einjährigen werden überwiegend zu Hause betreut“, so der Erste Kreisrat.

Mittlerweile liegt laut dem Fachmann die Ausbauquote der Kindergartenplätze im Emsland bei 42 Prozent. „Die vorhandenen Betreuungsplätze werden sehr gut angenommen und sind nahezu vollständig ausgelastet“, konnte Gerenkamp zum momentanen Zeitpunkt sogar Plätze vermelden, die nicht besetzt sind.

Die Befragung zeige zudem, dass sich die Betreuungswünsche der Eltern je nach Alter der Kinder verändern. „Je älter die Kinder, je größer der Wunsch nach einer Fremdbetreuung“. Ab dem zweiten Lebensjahr halbiere sich nahezu der Anteil der Eltern, die ihr Kind weder in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege betreuen lassen wollten.

Kleine Forscher

Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in Kinderkrippen und der Kindertagespflege steigt laut Gerenkamp weiter. Das am 1. August 2013 eingeführte Betreuungsgeld hat auf die Entscheidung für eine öffentliche Kinderbetreuung nach den Umfrageergebnissen offensichtlich keinen maßgeblichen Einfluss. „Zwölf Prozent der befragten Eltern gaben an, dass das Betreuungsgeld ein Grund dafür ist, keine öffentliche Betreuung in Anspruch zu nehmen“, erklärte Gerenkamp und schloss mit den Worten: „Wir können stolz sein, dass bisher im Landkreis noch niemand einen Krippenplatz einklagen musste. Wir sind beim Ausbau der Krippen auf einem guten Weg“.

„Bedauerlicherweise haben deutschlandweit nur 93 Kommunen, davon 37 Landkreise und 56 Städte und Gemeinde an der Befragung teilgenommen,“ erklärte der Erste Kreisrat. Aus dem Emsland haben sich neun Kommunen beteiligt. Im Emsland seien Eltern von 4043 Kindern unter drei Jahren befragt worden. „Eltern von 2002 Kindern haben geantwortet“, war der Verwaltungsbeamte mit der 49,5 prozentigen Rückläuferquote „aber gut zufrieden“.

Für Berthold Markus (CDU) war unverständlich, warum nur so wenige Kommunen die Chance zur Befragung genutzt hätten. Er sah sich bestätigt in seiner Auffassung, dass Kinder unter drei Jahren am besten – soweit möglich – zu Hause betreut werden. „Eine enge Bindung zu einer Bezugsperson ist sehr wichtig“. Peter Raske (SPD) sprach von „einer hervorragenden Situation im Emsland“, machte allerdings auch deutlich, dass in Papenburg bereits eine Bedarfsquote von 61 Prozent erreicht sei. „Da müssen wir uns bald was einfallen lassen, damit die Kitabeiträge nicht steigen“.

Zur Kenntnis nahm der Ausschuss auch einen Projektbericht zum „Haus der kleinen Forscher“. Diesem Projekt wurde von allen Seiten eine enorme Akzeptanz in den Kitas zugesprochen.


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