Erwachsene lesen für Kinder Harener Schüler lauschen Geschichten aus 1001 Nacht

Von Heiner Harnack

Ihre Stimmen ließen in diesem Jahr erklingen: (v.l.) Pfarrer Klaus Willmann, Christina Seelhorst, Caroline von Landsberg-Velen und Norbert Schumacher. Rechts: Schulleiterin Hildegard Brinker. Foto: HarnackIhre Stimmen ließen in diesem Jahr erklingen: (v.l.) Pfarrer Klaus Willmann, Christina Seelhorst, Caroline von Landsberg-Velen und Norbert Schumacher. Rechts: Schulleiterin Hildegard Brinker. Foto: Harnack

hhar Haren. Vor einigen Jahrzehnten gehörte das Vorlesen von Geschichten zum Alltag in jeder Familie. Vor allen Dingen zur kalten Jahreszeit versammelten sich Jung und Alt im Wohnzimmer oder am Kamin, um den Geschichten aus 1001 Nacht, Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer oder Pippi Langstrumpf zu lauschen.

Und eine Gute-Nacht-Geschichte gehörte für jedes Kind vor dem Einschlafen als festes Ritual einfach dazu. Im Zeitalter des vor allen Dingen in den 1960er Jahren aufkommenden Fernsehens wurde die alte Tradition mehr und mehr vernachlässigt.

Das Sandmännchen erschien damals noch in Schwarzweiß und streute den Kleinen den Sand auf elektronische Weise in die Augen. Heute haben Laptop und Smartphone längst in die Kinderzimmer Einzug gehalten und dienen häufig genug als Einschlafhilfe. Um diesem Trend entgegenzuwirken, findet der bundesweite Vorlesetag seit dem Jahr 2004 an jedem dritten Freitag im November statt. Ziel der Initiatoren war es vor zehn Jahren, wieder neue Begeisterung für das Lesen und Vorlesen zu wecken.

So wurde auch dieses Mal in ganz Deutschland in Schulen, Kindergärten oder Bibliotheken der Computer ausgeschaltet und zum gedruckten Buch gegriffen. Im Jahre 2013 hatten die Organisatoren rund 80000 Vorleser bewegen können, den Kindern alte und neue Literatur näherzubringen. Auch in der Maximilian-Schule in Haren-Rütenbrock hatten sich die Kinder in ihren Klassen versammelt, um in der zweiten Unterrichtsstunde den Geschichten zu lauschen. Die Kinder, so Schulleiterin Hildegard Brinker, hörten wie vor 50 oder 60 Jahren immer noch fasziniert den Abenteuern der „Kinder aus Bullerbü“ oder von „Ronja Räubertochter“, die Anfang der 80er Jahre erschien, zu.

Beide Werke stammten übrigens auch aus der Feder der Pippi Langstrumpf-Erfinderin Astrid Lindgren. Ein Werk, das bereits seit fast 70 Jahren Leser fasziniert. Übrigens würden Mädchen auch heute noch Pferdebücher und Abenteuer von Prinzessinnen lieben, so die Pädagogin. Jungen seien dagegen doch mehr an Sachbüchern und Büchern zum Lieblingsthema Fußball interessiert.