150 hörten Bürgermeister zu Meppener Senioren sollen und wollen sich einmischen

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Die Seniorenvereinigung Meppen mit Franz Holtgreve (von links), Wilhelm Kuhl, Ulla Kröger, Margret Spooren und Gerd Dreyer will ein Hochaus an Püntkers Patt verhindern. Foto: Hermann-Josef MammesDie Seniorenvereinigung Meppen mit Franz Holtgreve (von links), Wilhelm Kuhl, Ulla Kröger, Margret Spooren und Gerd Dreyer will ein Hochaus an Püntkers Patt verhindern. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Das Interesse von Senioren an der Meppener Stadtpolitik ist besonders groß. 150 Zuhörer haben den Weg in den Ratssaal gefunden. Sie nutzten die Einladung der Seniorenvereinigung Meppen, um mit dem neuen Bürgermeister Helmut Knurbein ins Gespräch zu kommen.

„Wir hatten mit maximal 70 Besuchern gerechnet. Mitarbeiter der Stadtverwaltung mussten noch viele Stühle anschleppen, damit alle einen Sitzplatz fanden“, war Vorsitzender Franz Holtgreve von der Resonanz überrascht.

Knurbein selbst habe seine persönliche Vorstellung sehr kurz gehalten, um möglichst schnell mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Viele Senioren bemängelten erneut, dass die Hasehubbrücke einfach „zu schmal konstruiert“ wurde. Da der Radweg gefährlich sei, würden viele Radler auf dem Gehweg fahren und damit ihrerseits wiederum die Fußgänger gefährden.

Im Namen der Seniorenvereinigung sprach Holtgreve selbst erneut das Thema Püntkers Patt an: „Wir brauchen dort kein weiteres Hochhaus.“ Die Senioren plädieren weiter dafür, dort ein „Freizeitangebot“ mit einem Café oder einer Eisdiele zu errichten. „Wir von der Seniorenvereinigung erarbeiten zurzeit ein Konzept, das wir Anfang 2015 präsentieren werden.“

„Mit dem Ergebnis der Bürgerwerkstatt Püntkers Patt werden wir uns im kommenden Jahr auseinandersetzen. Dank des Engagements der Bürger, vieler konstruktiver Gespräche und einer engen Zusammenarbeit konnten wir tolle Ergebnisse mitnehmen. Diese dienen als Grundlage für die weitere Entwicklung“, sagte Bürgermeister Knurbein.

Ein weiterer Kritikpunkt der Zuhörer war die „miserable Parkplatzsituation“ rund ums Meppener Krankenhaus. Holtgreve selbst forderte zudem den emsländischen Kreistag auf, zur Krankenhaussituation endlich selbst einmal Position zu beziehen. Konkret geht es um die Bettenzahl der Neurochirurgie. Hier streiten sich das Ludmillenstift in Meppen sowie das Bonifatius-Hospital und die Hedon-Klinik (beide Lingen) darum, wer zusätzliche Kapazitäten vom Land Niedersachsen erhält. Holtgreve erinnerte daran, dass die neurochirurgische Abteilung zuerst in Meppen entstand. „Diese Abteilung ist eine der tragenden Säulen des Ludmillenstiftes.“

Konstruktive Diskussion

Bürgermeister Knurbein sagte: „Ich freue mich über das Engagement der Meppener Senioren. Bürger, die sich interessieren, die sich einbringen, die etwas bewegen wollen – das ist das, was eine Stadt braucht.“ Sämtliche Anliegen, die ihm vorgetragen wurden, nehme er mit in die Verwaltung und werde sie dort mit seinen Mitarbeitern besprechen. „Ich biete den Senioren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit an. Lassen Sie mich, insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, an Ihrem Erfahrungsschatz teilhaben und setzen Sie mich in Kenntnis über Ihre Belange“, appellierte Knurbein.

Insgesamt war Vorsitzender Holtgreve „überrascht“, wie „konstruktiv“ die Diskussion zwischen den Senioren und dem neuen Bürgermeister über die Bühne ging. In der Vergangenheit sei sehr viel mehr gemeckert worden.


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