Ab 24. November beim Weihnachtsmarkt Meppener im Kleinformat an moderner Krippe

Von Carola Alge


Meppen. Vorweihnachtszeit. Zeit der Vorbereitungen auf das Fest. Erste Dekoteile werden in den Häusern entstaubt und zusammengesucht. Auch Gudrun Weber hat im Moment alle Hände voll zu tun: Sie gestaltet maßgeblich eine große Gegenwartskrippe. Die ist ab Montag, 24. November, auf dem Meppener Weihnachtsmarkt im Bereich des Windthorstplatzes zu sehen.

Gestaltet wird diese neuzeitliche Darstellung mit Puppen, die reale Personen abbilden. So werden zum Beispiel der Josef von Gastronom Paul Schmidt ( wir berichteten) , Maria von stellvertretender Bürgermeisterin Annelene Ewers, das Jesuskind von Günter Tonke und die Weisen aus dem Morgenland von Propst Dietmar Blanke, Evariste Gafumbegete, Chefarzt der Pathologie am Meppener Krankenhaus, sowie Ehrenbrandmeister Fritz Völker dargestellt.

Ihre Köpfe wurden dazu fotografiert und von einem Ingenieur aus Melle per 3-D-Drucker hergestellt. Das Ergebnis ist sehr nah am Original. Auf die Idee mit den Foto-Figuren kam Krippen-Initiatorin Gudrun Weber durch eine Reportage in der Meppener Tagespost über den Meller Ralf Paehl. Der Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik erstellt anhand eines Fotos auf dem Computer eine dreidimensionale Figur im Verhältnis 1:3. Selbst komplette Häuser zaubert er aus dem Drucker.

Die Köpfe der Figurvorbilder wurden vermessen und fotografiert. Puppenkörper mussten passend zu der Kopfgröße gebastelt und angepasst werden. Kleidung konnte nicht gekauft, sondern musste ebenfalls maßgeschneidert werden. Jetzt stehen noch Dekoration und Beleuchtung der Krippe an. Das NDR Fernsehen wird diese Arbeit beobachten und darüber in einem Beitrag am Montag, 24. November, 19.30 Uhr, in „Hallo Niedersachsen“ berichten.

Etwas Besonderes

Weber möchte mit der modernen Krippe, für die weiter Sponsoren gesucht werden, für Meppen „etwas Besonderes schaffen, „denn es gibt schon unzählige Variationen von Weihnachtskrippen in verschiedenen Größen aus verschiedenen Ländern und Epochen unterschiedlichster Künstler.“

Schon damals, bei Jesu Geburt, standen die verschiedensten Figuren beziehungsweise Menschen an der Krippe. „Die Hirten heute wären vielleicht die Forst- oder Straßenarbeiter. Und die interessierten Leute, die von der Geburt gehört haben, könnte jeder von uns sein. Die Herbergsleute wären heute vielleicht Mitarbeiter des Hotel- und Gaststättengewerbes“, so die ehemalige Meppener Ratfrau. Jesus sei nicht Geschichte, sondern auch Gegenwart.

Die Gegenwartskrippe wird in mehreren Darstellungen gezeigt: Verkündigung, Herbergssuche, Geburt, Anbetung der drei Weisen aus dem Morgenland und Maria und Josef auf der Flucht vor Herodes. Durch die Abbildung der Figuren von den Persönlichkeiten unserer Zeit werden damalige Ereignisse in die heutige Zeit umgesetzt. Laut Weber soll deutlich werden, „dass der Geist Gottes auch in den Herzen der Menschen unserer Zeit aufgenommen wird und durch sie in der Welt von heute wirken kann“. Das gelte zum Beispiel, „wo jemand Enttäuschungen annimmt ohne Bitterkeit, jemand wagt, Schuld einzugestehen, und nichts beschönigt, wo jemand verzeiht, wo jemand für andere da ist.“ Bethlehem sei überall.