Erinnerung an den Schauspieler Hermann-Lause-Wand im Meppener Theater

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Meppen. Das Warten hat ein Ende. Im Foyer des Theaters in Meppen gibt es jetzt eine Collage, die an den in der Kreisstadt geborenen Schauspieler Hermann Lause erinnert. Damit wird ein jahrelanger Wunsch mehrerer früherer Weggefährten des Mimen erfüllt.

Die Collage zeigt unter anderem Aufnahmen des Schauspielers aus dem Jahr 1960, auf denen der damalige Abiturient Lause als Mädchenfänger Schülerinnen des nahe gelegenen Lyzeums aus den Klassenräumen auf die Straße lockte, und führt in einem kurzen Text seine wesentlichen Lebensstationen auf. Bereits im Juni 2012 wurde unweit des Theaters der Hermann-Lause-Weg eingeweiht, der den Meppener Stadtwall mit dem Theaterplatz verbindet. Damit ist an einer Stätte, die für den Schauspieler in vielen deutschen Städten berufliches Zuhause war, eine bleibende Erinnerung an einen großen Sohn der Stadt Meppen geschaffen worden.

Die Collage hat im Windthorst-Gymnasium (WGM) im Foyer des Theaters Meppen ihren Platz gefunden und wurde von Landrat Reinhard Winter gemeinsam mit Meppens Bürgermeister Helmut Knurrbein, Arnold Terborg, Geschäftsführer der Theatergemeinde Meppen, WGM-Schulleiterin Ute Lott und Andrea Kaltofen, Fachbereichsleiterin Kultur, am Donnerstag offiziell eingeweiht.

Winter findet den Bereich am Eingang des Theaterfoyers sehr angemessen. „Hermann Lause war Absolvent dieser Schule, und im Foyer des Theaters Meppen passt die Collage aus diesen zwei Gründen besonders gut hier hin. Es gibt keinen geeigneteren Platz hierfür.“ Für die Collage konnten Originalfotos aus dem Besitz von Beate Lause, mit der der Mime just am Einweihungstag Hochzeitstag gefeiert hätte, verwendet werden. Der Vollblutschauspieler werde auf diese bescheidene und ihm damit gerecht werdende Weise geehrt. Mit dieser Collage halte man ihn in Ehren, betonte der Kreischef.

Dessen Kulturamtsleiterin Andrea Kaltofen präsentierte als besondere Überraschung ein altes Schulheft von Hermann Lause, das – aus dem Müll „gerettet“ – von einer aufmerksamen Bürgerin aus Bokeloh an den Fachbereich Kultur des Landkreises Emsland übergeben worden war. Die Kladde aus dem Jahr 1951/52, als Lause Fünftklässler war, enthält unter anderem einen vom damals Zwölfjährigen selbst verfassten Lebenslauf, verschiedene mit Zeichenfeder geschriebene Buchstaben und Ringelnatz ähnliche, aber typische Lause-Gedichte.


Hermann Lause wurde am 7. Februar 1939 im Meppener Stadtteil Esterfeld geboren. Seine Eltern waren der bis zu seiner Pensionierung beim damaligen Katasteramt Meppen tätige und 1978 verstorbene Vermessungstechniker Clemens Lause und dessen Ehefrau Margareta (verstorben 1989 in Nürnberg).

Die Familie wohnte in Meppen zunächst an der Esterfelder Stiege und später an der Bokeloher Straße. Sohn Hermann verbrachte die Zeit bis zum Abitur durchgehend in der emsländischen Kreisstadt. Danach zog es ihn in andere Regionen: Er studierte Archäologie, Kunstgeschichte und Philosophie an den Universitäten Mainz, Köln, Heidelberg und München. Zudem nahm er privat Schauspielunterricht in München.

Das Engagement endete mit der Bühnenreifeprüfung. Damit war auch seine Zukunft besiegelt: Er entschied sich für die Schauspielerei; das Studium brach er nach zwölf Semestern ab. Die schauspielerische Ader des 2005 verstorbenen Mimen lernten viele Meppener kennen, als er als ’Meppener Mädchenfänger‘ kurz vor seinem eigenen Abitur durch die Straßen der Stadt zog. Sein darstellerisches Talent bewies er auf den Abiturfeiern im Hotel Warren.

Lause starb am Ostermontag 2005 im Alter von 66 Jahren in Hamburg.cw

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