Sozialarbeiter akzeptiert Fanprojekt des SV Meppen mit eigenem Domizil

Von Hermann-Josef Mammes


Meppen. Das Fanprojekt für den SV Meppen hat ein eigenes Domizil erhalten. Wie Sozialarbeiter Nico Bergmann in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend, Sport und Senioren sagte, bezog man Räumlichkeiten im Erdgeschoss der Villa in der Herzog-Arenberg-Straße 52.

Das Fanprojekt findet unter Trägerschaft der Stadt Meppen statt. Außer Sozialarbeiter Bergmann sind Stefan Bartling (Sozialarbeiter im Anerkennungsjahr) sowie Praktikant Jannis Wahmes dafür im Einsatz. Wie Bergmann Stadtratsmitgliedern sagte, „sollen die Fans die neuen Räumlichkeiten selbst gestalten“. Mit dem Gebäude ginge ein lang gehegter Wunsch der Jugendlichen nach eigenen Räumlichkeiten in Erfüllung.

„Rund um den SV Meppen gibt es rund 300 Fans. Die Ultraszene besteht aus 30 bis 150 Anhänger.“ Es gebe zwei große Ultra-Gruppierungen. Das Alter der Anhänger liegt zwischen größtenteils 14 und 29 Jahren. Auf Nachfrage ergänzte der Sozialarbeiter, dass gegen insgesamt 30 Anhänger aktuell noch Stadionverbote bestünden.

Zu den Zielen des Fanprojektes gehöre es, klar gegen Rassismus und Extremismus Stellung zu beziehen und für ein gewaltfreies Fandasein einzustehen. Das Fanprojekt verstehe sich als Drehkreuz zwischen Fans, Verein und Polizei. Bergmann stellte aber gleich klar: „Wir sind ein sozialpädagogisches Fanprojekt und nicht das vom Verein oder von der Polizei.“ Das Modell startete im Mai 2014. „Anfangs mussten wir erst einmal Kontakte knüpfen“, so der Sozialarbeiter. Einige Fans zeigten sich dabei zuerst durchaus skeptisch. „Wir haben aber schon große Fortschritte erzielt“, ergänzte Bergmann. So gibt es eine eigene Facebook-Seite. Zudem wurde ein Info-Flyer in Umlauf gebracht. Weiter fanden Grillabende statt. Fans nutzten die Sozialarbeiter auch bei privaten Problemen bereits als Ansprechpartner. Die Sozialarbeiter organisieren zudem Busfahrten gerade für Jugendliche unter 18 Jahren zu den Auswärtsspielen.

Zudem engagierten sich mehrere Anhänger, um dem tristen Stadion in ihrer Fankurve einen neuen Anstrich zu verleihen. In den neuen eigenen Räumen sollen in Zukunft auch Informationsabende sowie Kicker- und Dart-Turniere stattfinden.

CDU-Ratsherr Holger Niehoff sagte: „Das Fanprojekt bringt uns einen Riesenschritt voran.“ Es sei in der Fanszene angekommen. Die Anhänger könnten das neue SV-Fan-Clubheim auch nutzen, um ihre tollen Choreografien für die Spiele vorzubereiten.

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Das Fanprojekt Meppen ist eines von fünf in Niedersachsen und von 54 in Deutschland. Bei der präventiven Jugendarbeit gehe es um die Förderung von Stärken, die Vermittlung von Werten. Ultras sollen von Gewalt abgehalten werden. Für das Fanprojekt sind 1,5 Vollzeitstellen für Sozialarbeiter geschaffen worden. Die Hälfte der Kosten von 120000 Euro trägt der DFB. 30000 Euro übernimmt das Land Niedersachsen. Der Landkreis und die Stadt teilen sich den Rest. Das Vorhaben ist für zwei Jahre finanziert, soll aber darüber hinaus Bestand haben.