100 Menschen auf dem Kossehof BIM bittet Stadt Mepen um 300000 Euro-Zuschuss

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Meppen. Die Beschäftigungsinitiative Meppen und Umgebung (BIM) bittet die Stadt Meppen um einen einmaligen Zuschuss von 300000 Euro. Damit will BIM seine „finanziellen Altlasten tilgen“ und wieder Spielräume für neue Investitionen erhalten.

Geschäftsführerin Christine Gößling-Preuß berichtete in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend, Sport und Senioren im Kossehof über die Details. Seit über 20 Jahren schafft die BIM GmbH Angebote, um in Meppen Langzeitarbeitslose, die keinen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt finden, in diesem sozialen Betrieb zu beschäftigen. Die Klientel reicht von Drogenabhängigen, Spielsüchtigen über psychisch Erkrankten bis hin zu Menschen mit fehlenden Berufs- und Schulabschlüssen. „Zudem arbeiten hier immer mehr junge Menschen, die als Schulverweigerer auffällig wurden“, sagt die Geschäftsführerin. Aber auch Bewährungsauflagen für Straffällige wie Sozialstunden können auf dem Kossehof erbracht werden.

Im Laufe eines Jahres werden so rund 100 Arbeitslose in der Einrichtung betreut. Der erste soziale Betrieb in Meppen bietet zahlreiche Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen „Gartenpflege, Gemüseanbau, Hauswirtschaft, Sperrmüllrecycling und Möbelkammer “ an. Außerdem betreibt man erfolgreich einen Saalbetrieb in der ehemaligen Scheune des 101 Jahre alten Kossehofes. „Allein im Saal wurden in diesem Jahr bereits rund 10000 Menschen bewirtet“, sagte Gößling-Preuß.

Im Laufe der Jahre sanierten die acht festangestellten Anleiter mit den Arbeitskräften den alten Hof komplett saniert und und errichteten zusätzliche Gebäude. Selbst der alte Bauerngarten wurde wieder rekonstruiert. „Heute besitzt der Kossehof mit einer Grundstücksfläche von zehn Hektar einen Wert von 1,65 Millionen Euro“, so die langjährige Geschäftsführerin. Eigentümerin sei jedoch nicht die BIM, sondern die Stadt Meppen.

Insgesamt ist die Chefin mit den Umsätzen des Hofes „durchaus zufrieden“. So erwirtschafte die BIM seit Jahren schwarze Zahlen. Gleichwohl bezuschusse der Landkreis Emsland die Einrichtung im Jahr mit 35000 Euro und die Stadt Meppen mit 65000 Euro.

Die finanziellen Probleme rührten jedoch aus der Vergangenheit. So betrugen die Verbindlichkeiten im Jahr 1997 sogar satte 608000 Euro. Der heutige Schuldenstand liegt bei 339000 Euro, er bedeute jedoch eine jährliche Zinsbelastung von 14000 Euro. Die BIM hofft jetzt auf eine Finanzspitze der Stadt von 300000 Euro. Es ist jetzt am Stadtrat, ob er diese Summe in den Haushalt 2015 einstellt.

Die Geschäftsführerin sagte, dass es ein wichtiges Ziel der BIM sei, sich endlich auch zertifizieren zu lassen. So forderten die Genehmigungsbehörden Entsprechendes inzwischen für die Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen. Für eine Zertifikation würden allerdings Arbeitszeitkapazitäten der Anleiter gebunden. Hierfür fehle bislang der finanzielle Spielraum. Damit die BIM die Vorgaben trotzdem erfüllen kann, schloss der soziale Betrieb einen Kooperationsvertrag mit der Volkshochschule Meppen ab. Die VHS besitzt die notwendige Zertifikation.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN