Musiker von der Muse geküsst Bands aus der Region begeistern Publikum in Meppen


Meppen. Das Benefizkonzert zugunsten von „Immanuel’s Haven“ im Theater Meppen stand unter keinem guten Stern. Trotz widrigster Umstände wurde der Abend jedoch zu einem unvergesslichen Erlebnis im positiven Sinne für das Publikum.

Für einen Abend hat sich das Theater Meppen in einen Rockpalast für den guten Zweck verwandelt. Statt der Garderobe gab es am Eingang eine Bar, aus dem Saal tönten zum Soundcheck während des Einlasses Gitarrenklänge und Gesang und am Stand des Lingener „Project: Help“ konnten sich die wartenden Gäste über die Hilfsprojekte zur Selbsthilfe in Südafrika informieren.

Eines der vier Projekte nennt sich „Immanuels Haven“ , das durch das Benefizkonzert unterstützt werden soll. Dabei handelt es sich um ein Farmgelände in der Nähe von Kapstadt, wo die Südafrikaner Bubbles und George Strangman Pflegekinder betreuen und weiteren Kindern die Möglichkeit, zur Schule zu gehen ermöglichen.

Das Konzert, initiiert von dem aus Meppen stammenden Unisono-Saxofonist Gerhard Krupp, stand unter keinem guten Stern: Es hatte bereits im Oktober verschoben werden müssen, fand nun gleichzeitig mit zwei Konzerten als Konkurrenzveranstaltungen in Meppen statt und die beiden Poetry-Slammer mussten aus privaten Gründen kurzfristig absagen. Am Ende nahm auch der Soundcheck deutlich mehr Zeit ein als geplant. Um die Zuschauer bei Laune zu halten, hatte sich die Lingener Band King’s Casket kurzerhand dazu entschieden, im Foyer a cappella zu singen. Ab diesem Zeitpunkt konnte sich das Publikum sicher sein, dass sich das Warten lohnen würde, denn mit der fünfstimmigen Version von Justin Timberlakes „What Goes Around Comes Around“ bekam es einen Vorgeschmack auf das gesangliche Können aller Mitglieder der Lingener Combo.

Mit ihren eigenen und Cover-Songs aus Pop, Rock und Funk mit Jazz- und Blues-Elementen zogen die fünf Musiker die Zuschauer in ihren Bann. Wie von der Muse geküsst musizierten sie mit Hingabe und überzeugten durch ihre Vielseitigkeit, was Stil als auch Fähigkeiten anging. So begleitete der Keyboarder instrumental, übernahm aber auch bei „Dancing In The Moonlight“ sowie einem Jan-Delay-Cover den Gesang. Oder der (zeitweise) Bassist griff zum Saxofon und gab im Song „She’s Fresh“ von Kool & The Gang gesanglich den Ton an. Auch die eigenen Songs zeigten Vielfalt: Funkig zeigte sich „Dancing Machine“; die Ballade „Dark Gallery“ sorgte für Gänsehaut.

Ebenfalls aus Lingen kam die Coverband Unisono ins Meppener Theater und zeigte mit Nummern wie „It’s Raining Men“ oder „I Am What I Am“, wie raumfüllend ihre Stimmen sein können. Doch auch im Sprechgesang stellten die Sänger und Sängerinnen ihr Können unter Beweis: Das fing mit den Rap-Elementen im Spice-Girls-Song „Wannabe“ an, ging über die Strophen von „Wadde hadde dudde da“ und gipfelte im letzten Song „Can’t Hold Us“ von Macklemore und Ryan Lewis, als Sängerin Antonia Batista Nobre den US-amerikanischen Rapper im halsbrecherischen Tempo mimte.

Auch das Meppener Kleinstadt-Trio wusste zu überzeugen. Die Drei gaben Größen wie Muse, Die Toten Hosen sowie die Beatsteaks zum Besten, zeigten sich in eigenen Songs wie „Nicht im Hafen“ oder „Die Zeit“ als begnadete Texter oder kamen in ihrer Hymne „Kleinstadtkind“ rotzig frech daher. Der Abend bewies: Wozu in die Ferne schweifen, wenn die Talente doch so nah sind.