Wirtschaftswoche Meppen: Durch Planspiele zur Führungskraft von morgen

Am Ende der Wirtschaftswoche präsentierten sich die Jungunternehmer des Windthorst-Gymnasiums der Öffentlichkeit. Links Dennis Hempelmann, rechts Spielleiter Steffen Vogt vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft. Foto: Heiner HarnackAm Ende der Wirtschaftswoche präsentierten sich die Jungunternehmer des Windthorst-Gymnasiums der Öffentlichkeit. Links Dennis Hempelmann, rechts Spielleiter Steffen Vogt vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft. Foto: Heiner Harnack

Meppen. Während vor einigen Jahrzehnten zukünftige Gymnasiasten einen Gutschein für eine Beratung beim Arbeitsamt bekamen und noch an einem Tag eine Universität mit der Schulklasse besichtigt wurde, gehen höhere Schulen und Unternehmen heute gemeinsam andere Wege, um das Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen bei Schülern zu wecken. Jetzt fand die Wirtschaftswoche als Planspiel in der Hedelius-Maschinenfabrik statt.

Der industrielle Arbeitgeberverband Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim organisierte zusammen mit dem Rotary-Club, der das Seminar zusammen mit den beteiligten Firmen finanzierte, die aktuellen Einblicke in die Arbeitswelt. An fünf Werktagen erschienen die 22 jungen Unternehmer, allesamt Oberstufenschüler des Windthorst-Gymnasiums, beim gastgebenden Unternehmen. Hedelius-Geschäftsführer Dennis Hempelmann stellte zunächst die Firma vor, um dann über Ziele und Organisation eines Unternehmens zu informieren. Anhand des in der Schweiz entwickelten, computergestützten Planspiels MIG (Management Information Game), das von Seminarleiter Steffen Vogt vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) den Schülern erklärt wurde, bauten diese drei konkurrierende Aktiengesellschaften auf, die in den kommenden Tagen gegeneinander wetteiferten, um am Ende der Woche mit guten Zahlen aufzuwarten und den Sieger zu ermitteln. So hatten die Jungunternehmer die Gesellschaften „RackWorkAG“, „EmSheConAG“ und die „furniturefactoryAG“ gegründet, um in deren Rahmen Entscheidungen über Fertigungen von Regalsystemen, den Materialeinkauf, Personal, Preiskalkulation und Bilanzierung zu treffen.

Künftige Führungskräfte

So endete der Alltag der künftigen Führungskräfte auch erst nach jeweils rund neun Stunden. Spielleiter Vogt hatte es dabei den drei Gruppen nicht leicht gemacht und baute im Laufe der Aktionswoche diverse Probleme in den unternehmerischen Alltag ein. So tauchten plötzlich Schwierigkeiten mit einer Rezession der Volkswirtschaft auf. Banken und auch der Aufsichtsrat schossen quer. Das Finanzamt meldete sich, und der Steuerprüfer zeigte Probleme auf, die die Unternehmer nicht auf dem Bildschirm hatten.

Ziel des Seminars, so Yvonne Ziomek vom industriellen Arbeitgeberverband, war es, die Teilnehmer durch den Wettbewerb der in Konkurrenz stehenden Unternehmen mit Wirtschaftsbeziehungen im nationalen und internationalen Umfeld vertraut zu machen. Jede Spielrunde stellte hier ein Geschäftsjahr dar, und die Entscheidungen der Gruppen wurden von Spielleiter Vogt in den PC eingegeben und durch ein Simulationsmodell ausgewertet. Es folgte, wie im richtigen Wirtschaftsleben auch, ein Markt- und Geschäftsbericht, der die Grundlage des Soll/Ist-Vergleichs zu Beginn des folgenden Geschäftsjahres darstellte. So erhielten die jungen Vorstände entweder eine Bestätigung ihres Tuns, oder aber sie mussten ihre Entscheidungen korrigieren.

Damit das Spielverständnis noch verbessert werden konnte, gab es zwischen den einzelnen Spielrunden Informationsblöcke, die von Führungskräften der hiesigen Wirtschaft präsentiert wurden. Hier konnten sich die Schüler zum Beispiel über betriebliche Mitbestimmung, Bilanz- und Erfolgsrechnung, Marketing, Wirtschaft und Umwelt und Forschung und Entwicklung informieren. Am Ende der Woche mussten die jungen Führungskräfte vor die Öffentlichkeit (Vertreter der einzelnen Unternehmen, des Rotary-Clubs und des Gymnasiums) treten und ihre Programme so präsentieren, dass die potenziellen Kunden überzeugt werden konnten, sich für die jeweiligen Produkte zu entscheiden.