Jungtier kam aus dem Wendland Neue Wölfin streift durchs Emsland

Von Tobias Böckermann

Die junge Wölfin ist sowohl im Emsland als auch in der Grafschaft nachgewiesen worden.Die junge Wölfin ist sowohl im Emsland als auch in der Grafschaft nachgewiesen worden.

Meppen. Es gibt neue Erkenntnisse zum kleinen Wolfsbestand in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim. Wie Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, mitteilte, hält sich eine junge Wölfin regelmäßig sowohl im Bereich der WTD 91 im Emsland als auch auf dem Bombenabwurfplatz Nordhorn-Range auf.

Habbe teilte mit, regelmäßig würden seit März dieses Jahres wieder Wolfsnachweise aus dem westlichen Niedersachsen gemeldet. „Nun erbrachten genetische Analysen den Befund, dass es sich hierbei um eine junge Wölfin handelt, die aus dem Gartower Rudel im Wendland stammt.“ Die Fähe konnte sowohl auf dem Schießplatz Meppen als auch auf dem Gelände Nordhorn Range nachgewiesen werden. Damit scheine sich in dieser Region ein Einzeltier ortstreu aufzuhalten.

Im April 2013 war bei Haren an einem gerissenen Stück Damwild interessanterweise eine andere Wolfsfähe nachgewiesen worden. Sie stammte aus der sogenannten deutsch-westpolnischen Population, zu der bislang der gesamte deutsche Wolfsbestand gehört, ist aber nicht identisch mit der jetzt nachgewiesenen Wölfin. Wo der erste Emsland-Wolf nach mehr als 150 Jahren geblieben ist, ist damit unklar.

Bisher waren Jäger und Naturschützer davon ausgegangen, dass es auch zwei Wölfe in der Region geben könnte – einen im Emsland und einen auf Nordhorn-Range. Immer wieder wurden in diesen Bereichen in diesem Jahr Einzeltiere beobachtet, einmal in so kurzem zeitlichem Abstand auf beiden Bundeswehreinrichtungen, dass der Verdacht, es handele sich um zwei Tiere sehr nahe liegt.

Genetisch nachgewiesen ist nun aber nur eine Fähe, die aus dem Wendland in Ostniedersachsen ins Emsland gewandert ist. Derzeit gibt es in Niedersachsen zudem noch fünf Rudel und zwei Paare. Jungtiere müssen im Alter von etwa einem Jahr ihre Rudel verlassen und sich eigene Reviere suchen. In diesem Jahr wurden allein in Niedersachsen 22 Welpen geboren, 2013 waren es 17. Eines dieser Jungtiere hat nun erneut den Weg in die Region gefunden. Wölfe können 70 Kilometer in einer Nacht zurücklegen. Normale Streifzüge sind 30 bis 40 Kilometer lang. Das entspricht in etwa der Luftlinienentfernung zwischen den beiden militärischen Einrichtungen.

Die Ausbreitung der Wölfe in Niedersachsen wird wissenschaftlich dokumentiert. Das Niedersächsische Umweltministerium hat mit dem Wolfsmonitoring die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. beauftragt, die diese Aufgabe in enger Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) als zuständiger Fachbehörde und den rund 100 ehrenamtlichen Wolfsberatern wahrnimmt. Wer Spuren, Losungen oder Risse findet, die auf einen Wolf hinweisen, oder einen Wolf sieht oder gar fotografiert, sollte seinen Fund bei der Wolfsbeauftragten der Landesjägerschaft Dr. Britta Habbe oder dem örtlichen Wolfsberater melden.