Geodreieck aus Holz und Episkop Schul-Ausstellung im Meppener Museum

Von Heiner Harnack


Meppen. Fast zwei Jahre hatte die Vorbereitungszeit für die neue Ausstellung in der Arenbergischen Rentei in Anspruch genommen. Herausgekommen ist eine informativ und liebevoll zusammengestellte Präsentation verschiedener Exponate und Schautafeln zum Thema Schule von der Vergangenheit bis heute in Meppen.

„Georg Tranel als federführender Organisator und früher selbst Pauker an einer Meppener Schule, hatte zusammen mit der Museumsgruppe des Heimatvereins viel Zeit und Mühen investiert, um vom alten Geodreieck aus Holz über Schulranzen aus robustem Leder bis zum Episkop, Gebrauchsgegenstände, die in Meppener Schulen zum Einsatz kamen, zusammenzutragen.

Besonders imposant das Exemplar eines überdimensionalen Rechenschiebers, zur Verfügung gestellt vom Meppener Marianum , den viele Schüler im Kleinformat noch bis Ende der 70er Jahre benutzten, da zu der Zeit der Einsatz von Taschenrechnern untersagt war.

In seiner Eröffnungsrede referierte der Leitende Regierungsschuldirektor Werner Wilken über das Werk von Bernhard Overberg, einem der ersten Schulinspektoren der Region überhaupt. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts hätte der Normalschullehrer Overberg von Kurfürst Maximilian Friedrich den Auftrag erhalten, die Elementarschulen in den Kirchspielen der drei Ämter Meppen, Cloppenburg und Vechta zu inspizieren.

Die genannten Punkte dürften auch heute in etwa genauso aktuell sein: Überprüfung des Gebäudes, der Lehrerqualität, Wissensstand der Schüler oder auch die Schulwegsituation. Overberg hatte herausgefunden, dass etwa die Hälfte der Schulgebäude große Mängel gehabt hätte. „Nur in wenigen Schulen fand Sommerunterricht statt und zu diesem Unterricht erschien weniger als die Hälfte der Schüler, die im Winter die Schule besuchten“, so Wilken.

Der Grund sei gewesen, dass die Hilfe zu Hause auf einem Bauernhof vorrangig war. Neben dem Lesen, Schreiben und Buchstabieren sei sehr großer Wert auf den Kenntniserwerb der Bibel gelegt worden.

Über die Lehrer in den verschiedenen Ortschaften hatte Bernhard Overberg verschiedene Urteile abgegeben. Einen Nebenschullehrer in Dankern bezeichnete er als eifrig, fromm und fleißig. Die Kollegen Hauptschullehrer in Hesepe und Haren bekamen wenig schmeichelhafte Zeugnisse ausgestellt, so Wilken. Ersterem wurde Trunksucht attestiert und bei beiden wurde der Mangel an Fleiß beklagt.

Overberg, so Wilken weiter, wollte schon seinerzeit überflüssige Schulen abschaffen, weil diese zu klein gewesen seien und das vorhandene Material in größeren besser eingesetzt werden könne. Overberg schreckte nicht davor zurück, dass Eltern Schulgeld für ihre Sprösslinge zahlen sollten.

Selbst dann, wenn die Kinder nicht die Schule besuchten. Zum Schluss merkte Wilken an, welch große Leistung Overberg in seiner Zeit vollbracht habe: Lehrer wurden vernünftig qualifiziert und einfach stures Auswendiglernen sollte abgeschafft werden. Georg Tranel stellte den Besuchern die einzelnen Abteilungen der Ausstellung vor. Dabei erwähnte der ehemalige Pädagoge, dass der Grund für Schläge einfach Trägheit gewesen sei. Er erwähnte ein Zitat aus damaliger Zeit: „Wer seinen Sohn liebt, der züchtigt ihn!“ Über die Lehrer der damaligen Zeit wusste Tranel auch zu berichten, dass diese ihre Tinte hätten selbst herstellen müssen. Besonders erwähnte der pensionierte Lehrer der Anne-Frank-Schule einen ehemaligen Kollegen, Fritz Helmkamp, dessen Liederbuch von 1948 in einer Vitrine der Ausstellung besichtigt werden kann. Die Ausstellung kann dienstags, mittwochs, donnerstags und sonntags in der Zeit von 14 bis 17 Uhr besucht werden und läuft bis zum 30. April.