Die Kunst des Vorlesens Ausbildung zum Märchenerzähler in Meppen

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Monika Kremer hat bereits eine größere Märchenauswahl getroffen und zeigt sie Christian Hüser. Foto: Matthias EngelkenMonika Kremer hat bereits eine größere Märchenauswahl getroffen und zeigt sie Christian Hüser. Foto: Matthias Engelken

Meppen. „Es war einmal“. Kaum sind diese Worte gesprochen, lehnen sich Kinder zurück und horchen gebannt der Worte des Märchenerzählers. Doch nicht immer gelingt es jedem Vortragenden, die Spannung bis zum Ende hochzuhalten. Das liegt weniger an der Geschichte, sondern vielmehr an der Darbietung. Damit junges Publikum aber zukünftig bis zum Ende der Erzählung aufmerksam folgt, bietet das Freiwilligenzentrum jetzt eine Qualifikation für Ehrenamtliche zum Märchenerzähler an.

Viele Erzieher kennen die Situation: Kinder möchten eine Geschichte vorgelesen bekommen, doch schon nach wenigen Augenblicken fangen die ersten Zuhörer an, unaufmerksam zu werden.

Erzähler versuchen dann, durch vermehrte Betonung oder gar durch verstärkte Gestik und Mimik die Aufmerksamkeit auf die Geschichte zu lenken. Doch das gelingt bei Weitem nicht jedem. Oftmals ist Hopfen und Malz bereits verloren.

Deshalb bietet das Freiwilligenzentrum in Meppen vom 24. bis 26. November eine Qualifikation für Ehrenamtliche zum Märchenerzähler an. Die Fortbildung soll ehrenamtlich Tätige ermutigen in Gruppen, Kindergärten, Grundschulen nach Möglichkeit frei Märchen zu erzählen oder zu sprechen. Die Fortbildung beginnt am Montag, 24. November, um 14 Uhr. Weitere Termine sind der 25. November und der 26. November jeweils von 9 bis 16 Uhr. Der Kurs wird geleitet durch die Märchenerzählerin Jana Raile. An den Seminartagen werden die Teilnehmer viel über ihre Stimme, das Sprechen, Erzählen und Singen erfahren. Freies Erzählen soll dabei im Mittelpunkt stehen. „Durch Tipps und Tricks möchte Jana Raile die Ehrenamtlichen fit machen, Geschichten vor größeren Kindergruppen zu erzählen“, lädt Christian Hüser vom Freiwilligenzentrum ein, mitzumachen. Es sollen zu den Märchen geeignete Lieder ausgesucht und einstudiert werden. „ Wir wollen über die Sprache in den Märchen sprechen, aber auch viele Hintergründe erklären “, erläutert der Pädagoge. Im Miteinander können so die Märchenerzähler neue Dinge erfahren.

Zusätzlich gibt die Harener Buchhandlung Monika Kremer Tipps für die richtige Buchauswahl. Denn auch die richtige Auswahl ist wichtig. „Gruselige Geschichten sollten nicht zu jungen Kindern vorgetragen werden“, nennt sie ein Beispiel für die richtige Wahl. Zudem sollten Erzähler Hintergründe kennen, um bei etwaigen Fragen nicht völlig unwissend da zustehen. „Kinder sind neugierig und durchaus kritisch“, sagt sie.

Spätestens am Ende eines Märchens. Denn wer es schafft, seine Zuhörer bis zum Ende der Geschichte in seinen Bann gezogen zu haben, auf den wartet noch die letzte Hürde: Das allseits bekannte „…und so leben sie noch heute“. Ein Satz, der bei älteren Kindern oftmals kritische Blicke nach sich zieht.

„Damit Märchenerzähler aber gefeit sind vor solchen Hürden, und vor allem die vielen tollen Geschichten früherer Tage wie etwa Grimms Märchen weitergeben können, bieten wir unseren Kurs an“, lädt Hüser ein.

Die Qualifizierung ist kostenlos und wird durch Mittel der Klosterkammer Hannover, durch die Stadt Meppen und den Landkreis Emsland gefördert. Interessierte können sich ab sofort im Freiwilligenzentrum unter Tel. 05931/8887620 oder per E-Mail an christian.hueser@paritaetischer.de melden.


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