Warme Kleidung auch für Flüchtlinge Meppener Kleiderkammer versorgt Hilfebedürftige

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Meppen. Mohammad Haj Amin macht sich große Sorgen. Für die bevorstehenden kalten Tage benötigt er warme Kleidung. Für sich, für seine Frau und seine drei kleinen Kinder. Sein Glück: Die Kleiderkammer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes versorgt die libanesische Familie unkompliziert mit warmer Kleidung. Doch damit die Kleiderkammer auch weiterhin Bedürftigen helfen kann, ist sie auf Spenden angewiesen.

„Ein Blick aus dem Fenster zeigt, dass viele Menschen bedürftig sind“, sagt Monika Bicker. Sie ist ehrenamtliche Leiterin der Kleiderkammer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in der Haselünner Straße 34. Im Innenhof befindet sich die Meppener Tafel. Dort hat sich bereits eine lange Schlange vor der Eingangstür gebildet. „Doch nicht nur die Tafel hat einen großen Andrang, sondern auch die Kleiderkammer“, erzählt Bicker. „Man meint immer, es geht uns gut im Emsland, doch leider gilt das nicht für alle Menschen.“

Trotz Arbeit würden laut Bicker viele ihrer Kunden am Existenzminimum leben. „Manchmal kommt es vor, dass Frauen hier vorbeischauen, die noch vor einigen Wochen nicht einmal daran gedacht hätten, zur Kleiderkammer zu gehen, nun aber auf Hilfe angewiesen sind.“

Gerade der erste Gang in die Kleiderkammer ist dann der schwerste . „Viele Menschen haben Hemmungen, diesen Schritt zu tun“, so Bicker. Deshalb geht die Leiterin zusammen mit ihren beiden ehrenamtlichen Helferinnen offensiv auf Menschen zu. „Wenn ich manchmal Kinder oder Erwachsene sehe, die barfuß oder zu dünn angezogen in der Kälte vor der Tafel auf ihr Essen warten, gehe ich zu ihnen und gebe ihnen einfach Schuhe oder eine Jacke.“ Danach, so Bicker, würden Angesprochene den Weg von sich aus zur Kleiderkammer finden.

Auch Mohammad Haj Amin ist dankbar für das Angebot. Nur wenige deutsche Wörter kennt er, doch das Wort „Danke“ sehr wohl.

Erst seit gut einem halben Jahr wohnt der 40-Jährige mit seiner Familie in einer Flüchtlingsunterkunft in Meppen. Von der Kleiderkammer erfuhr er durch Mitbewohner im Heim. Jetzt kommt er regelmäßig. Um Kleidung für die Kinder zu kaufen. Aber auch, um sich kurz mit Monika Bicker zu unterhalten. Monika Bicker nimmt sich immer die Zeit. Danach schaut ihr Kunde sich noch einige Kinderpullis an. Einen möchte er kaufen. Denn natürlich ist nicht alles umsonst, grundsätzlich wird ein Obolus für jedes verkaufte Kleidungsstück verlangt. „Die Menschen sollen wissen, dass im Leben nichts geschenkt wird“, erläutert die ehrenamtliche Leiterin.

So kostet etwa eine gut erhaltene Winterjacke fünf Euro. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um ältere Modelle. In den Räumen der Kleiderkammer hängen auch Markenjacken an Haken, die noch aus der jetzigen Kollektion stammen.

Geöffnet ist die Kleiderkammer zweimal wöchentlich, montags zwischen 10 und 13 Uhr und freitags zwischen 10 und 16 Uhr. Stammkunden wie neuerdings Haj Amin kommen regelmäßig vorbei. Jede Woche finden sie auf 70 Quadratmetern in mehreren Räumen etwas Neues, vom Pullover über T-Shirts bis hin zu verschiedenen Kleinteilen. „Natürlich auch Spielzeug“, zeigt die Leiterin, doch gerade hier würde es regelmäßig im Winter zu Engpässen kommen. Oftmals ist die Nachfrage weitaus größer als das Angebot.

Leider würden aber Spenden im Bereich Kinderspielzeug weitaus weniger sein, als bei den Kleidungen. Deshalb ruft sie dazu auf, gerade in der Zeit vor Weihnachten auch ältere Spielsachen neben der Kleidung bei ihr abzugeben.

„Die leuchtenden Augen der Kinder, aber auch der Eltern über die Freude ihrer Kinder, machen unsere ehrenamtliche Arbeit zu etwas Schönem“, erzählt Bicker. Das sei aber lediglich ein angenehmer Nebeneffekt. Ein Nebeneffekt mit großer Wirkung, denn damit sind auch Mohammad Haj Amins Sorgen um ein vielfaches gesunken. Zumindest im Bezug auf wärmende Kleidung.

Um aber weiterhin ein großes Angebot vor allem in den Wintermonaten anbieten zu können, benötigt die Kleiderkammer weitere Spenden. Für eine Terminvereinbarung können sich Spender unter Tel.: 0157/87980881 melden.


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