Deutsche Autos immer besser Tüv-Plakette in Meppen oft schon im ersten Anlauf

Von Heiner Harnack

Wie wichtig ein sicheres Fahrzeug ist, zeigen Stefan Jungsthöfel (links) und Fachberater Jürgen Schneider. Foto: Heiner HarnackWie wichtig ein sicheres Fahrzeug ist, zeigen Stefan Jungsthöfel (links) und Fachberater Jürgen Schneider. Foto: Heiner Harnack

Meppen. 72,3 Prozent aller Fahrzeuge haben die begehrte Tüv-Plakette in Meppen in diesem Jahr gleich im ersten Anlauf erhalten, davon wiesen weiderum knapp 60 der Pkw gar keine Mängel auf. Die-Tüv-Nord-Station in Meppen stellte jetzt ihre Statistik vor.

Tüv-Fachberater Jürgen Schneider konstatierte im Pressegesprächs, dass die Zahl der Kraftwagen mit erheblichen Mängeln zurückgegangen sei. Bei 27,7 Prozent seien nach Angaben von Schneider jedoch erhebliche Mängel festgestellt worden. Das habe dazu geführt, dass die Fahrzeughalter sofort eine Werkstatt hätten anfahren müssen. Selbst bei geringen Mängeln werde aber die Plakette nicht sofort aufgeklebt. Hier mussten immerhin fast 13 Prozent der Autos zur Nachuntersuchung. Schneider weiter: „Als völlig verkehrsunsicher wurde kein Auto eingestuft.“

Im Durchschnitt, so fügte Tüv-Stationsleiter Stefan Jungsthöfel an, lag das durchschnittliche Alter der Fahrzeuge bei neun Jahren, und der Tachometer wies eine Laufleistung von knapp 120000 Kilometern auf.

Jungsthöfel sagte: „Die Hersteller bauen eigentlich gute Autos, die auch nach vielen Jahren noch gänzlich ohne Mängel auf unseren Straßen unterwegs sind.“ Leider würden sich nicht alle Fahrer und Halter um die regelmäßige Wartung und Pflege kümmern. „Werden die Termine zur Inspektion eingehalten und die Wartung oder Reparatur in einer Fachwerkstatt ausgeführt, dann braucht niemand den Tüv-Termin zu fürchten“, sagte er.

Beide Tüv-Mitarbeiter wiesen darauf hin, dass der Bereich von Licht und Elektrik wieder weit vorne in der Mängelstatistik läge. Der Verbraucher versuche hier Geld an der falschen Stelle zu sparen und wechsle die Scheinwerferbirne schon einmal gerne selbst. Dies führe bei falschem Einbau zum Blenden des entgegenkommenden Verkehrs und könne verheerende Konsequenzen haben.

Beleuchtungsmängel

Schneider wörtlich: „Oftmals werden bei der Hauptuntersuchung gleich mehrere Beleuchtungsmängel an einem Fahrzeug entdeckt.“ Die Reihenfolge der am häufigsten auftretenden Mängelgruppen wären im vergangenen Jahr Licht und Elektrik, gefolgt von Bremsen, Umweltbelastung sowie schließlich Achsen, Räder und Reifen gewesen, fügte Jungsthöfel an. „Wir prüfen nicht nur, ob ein Scheinwerfer funktioniert, sondern auch dessen korrekte Einstellung“, so Schneider. Leider seien trotz modernster Technologien Lampen noch sehr anfällig, und durch Erschütterungen würden die Halterungen schnell verstellt.

Der Tüv habe weiter festgestellt, dass im vergangenen Jahr die deutschen Marken kaum zu schlagen gewesen wären. Vier deutsche Hersteller (Mercedes, Audi, Porsche, Ford) hätten die ersten zehn Plätze in der Statistik der Autos mit den wenigsten Mängeln unter sich ausgemacht. Heute, so sagte der Tüv-Experte, gebe es aber kaum noch Rostschäden wie vor zwei Jahrzehnten, da verzinkte Karosserien zum Einsatz kämen. Zum Schluss wies Junghöfel auf einen wichtigen Termin zum Jahresende hin. „Wer noch mit einer blauen statt gelben Plakette unterwegs ist, sollte sich bald einen Termin beim Tüv geben lassen. Bereits nach zwei Monaten sei ein Bußgeld fällig und später ein Punkt in Flensburg.“