OLB-Musikcamp im Gästehaus Knapp 200 Zuschauer bei Wingenfelder-Konzert in Meppen

Von Tim Gallandi


Meppen. Nachdem Kai und Thorsten Wingenfelder bereits vor drei Jahren das Meppener Jugend- und Kulturgästehaus zum Schauplatz eines atmosphärischen Clubkonzerts gemacht hatten, sind sie nun für eine Neuauflage zurückgekehrt. Mit Unterstützung der Singer-Songwriter Elif und Pohlmann machten die ehemaligen Masterminds von Fury in the Slaughterhouse auch dieses Ereignis hörenswert.

Gut zwei Stunden alt war das Konzert im Speisesaal des Gästehauses, als Ingo Pohlmann, die Brüder Wingenfelder und ihre Begleitmusiker etwas taten, das auch schon John Lennon gemacht hatte: „Stand By Me“ von Ben E. King covern. Eine durchaus passende Wahl für solch ein Wohnzimmerkonzert. Die Idee sei beim Soundcheck entstanden, erzählte Thorsten Wingenfelder anschließend. „Pohlmann hat gefragt: ,Können wir das spielen, passt das ins Konzept?‘ Und ich hab‘ gefragt: ,Welches Konzept?‘“ Mit dem OLB-Musikcamp, unter dessen Label der Abend stand, sei es nämlich wie mit Forrest Gump und der Schachtel Pralinen: „Man weiß nie, was man kriegt.“

So ganz stimmte das natürlich nicht, denn dass die deutschsprachigen Songs der Ex-Furys im Mittelpunkt stehen würden, war von Anfang an klar. „Revolution“, „Besser zu zweit“, „Oben am Wendehammer“ – das Publikum, nach Augenschein altersmäßig zwischen acht und 58, erwies sich als ausgesprochen textsicher.

Die überraschenden Elemente steuerten da eher die beiden Gastmusiker bei: Die junge Berlinerin Elif war zuvor sicher nur wenigen Konzertbesuchern ein Begriff; mit ihrem sensiblen Singer-Songwriter-Pop, in dem sie teils sehr persönliche (Familien-)Geschichten verarbeitet, ließ sie aufhorchen.

Für eine humorigere Note stand Ingo Pohlmann . Bekannt vor allem durch seinen 2006er Hit „Wenn jetzt Sommer wär“, erwies sich der ostwestfälische Barde als launiger Geschichtenerzähler, sowohl mit als auch ohne Gitarre. Seine Songs „Schwimmen mit den Vögeln“ und „Kellnerkasse“ – samt der Zeile „Er hatte zu viel Beck‘s, Drugs & Rock‘n‘Roll“ – gehörten zu den Highlights des Abends.

Zu diesen rechnete das Publikum sicher auch die Abstecher ins Werk von Fury in the Slaughterhouse. „Won‘t Forget These Days“ und „Time To Wonder“ ließen die Menge lauthals mitsingen und rundeten das – inklusive Zugaben – über dreistündige Konzert ab.