„Ziegen, die auf Männer starren …“ Humoristischer Männerabend im Meppener Theater


Meppen. Fröhlich-frech und frisch-frivol hat das kabarettistische Männertrio aus Leipzig mit seinen zickig-heiteren Pointen die Meppener Theaterbesucher zu nachdenklichem Schmunzeln wie amüsiertem Lachen gebracht.

Die neue Kabarett-Programmreihe des Meppener Theaters findet offensichtlich steigenden Zuspruch, und so stießen Meigl Hofmann, Burkhard Damrau und der erst 24-jährige André Bautzmann auf ein erwartungsvolles und offenes Publikum, sind die drei doch durch die „academixer“ und die „Leipziger Pfeffermühle“ längst über Leipzig hinaus für ihren musikalischen Wortwitz und ihre schauspielerischen Fähigkeiten bekannt. Einfühlsam begleitet wurde ihr Programm vom Pianisten und Komponisten Karsten Wolf.

Auf große Kulisse verzichtend, nutzten sie Akzent setzende Requisiten, um alltägliche Situationen pointiert widerzuspiegeln, und die Fantasie des Publikums ging mühelos mit. Eingerahmt und durchzogen wurde das Programm von einer Kneipenszene, in der das Männertrio als drei Generationen einer Familie bei „drei Bier … uuund drei Schnaps“ die frauenfreie Situation zu Hause zu bewältigen versuchte, da „die Muddi“ ihrem Männerhaushalt offensichtlich entflohen war – mit Alkohol sei zwar keine Lösung, aber ohne auch nicht.

Männlich-weibliche Eigenarten, deren perspektivisch unterschiedliche Wahrnehmung, daraus resultierende Missverständnisse, Erwartungen und Sehnsüchte durchzogen augenzwinkernd die abwechslungsreich eingestreuten leichten Sketche und inhaltsvollen Chansons. Jede Männerdomäne sei von Frauen erobert, der Mann im „Umerziehungslager Frühstückstisch“ handzahm gemacht; nur der VATIkan sei noch ein Männerreservat. Als „kaputte Putte“ Amor beklagte Bautzmann hinreißend die fehlende Liebe in „Interessengemeinschaften ohne Haftung“ und veranlasste das Publikum unter Pfeilschuss-Androhung zum Zusammenrücken unter gegenseitigen Liebeserklärungen. Sexprobleme und Emanzipation, verpasste EHEmanzipation und Alltagsklischees setzten Highlights oder kalauerten auch einfach über die Bühne.

Während der Song „Ich kann nichts, ich bin nichts, gebt mir eine Uniform“ – ein Slogan der linken Szene gegen rechts und ein Motiv des Scheibenweltromans „Die Nachtwächter“ – in Meppen nicht wirklich zündete und nachvollzogen werden konnte, kam der brillante Auftritt des Kreuzfahrt-Casanovas mit dem Willy-Rosen-Schlagerwalzer aus den 30er-Jahren „Der nächste Tanz ist Damenwahl“ bestens an, ebenso die Retrospektive des alternden, aber unverbesserlichen Frauenhelden „70 Jahre und kein bisschen weise/leise“. Frack/g-loses Resümee des „Er-Fräulichen“ Trios: Die Medien seien täglich voll von dem, was die Welt, aber nicht von dem, was Männer bewege. Doch was seien sie ohne ihre Frauen, sie hielten fest am Glauben an eine „friedliche Co-Existenz“.