Unmut unter den Anwohnern Protest gegen den Aldi-Ausbau am Hasebrink in Meppen

Von Ina Wemhöner

Die Unterschriftensammlung  an den Bürgermeister überreichen (von links): Carmen Püpke, Andrea Geleijns, Susanne Sühwold und Melanie Bohse. Foto: Ina WemhönerDie Unterschriftensammlung an den Bürgermeister überreichen (von links): Carmen Püpke, Andrea Geleijns, Susanne Sühwold und Melanie Bohse. Foto: Ina Wemhöner

Meppen. Durch den geplanten Ausbau des Aldi-Marktes an der Hasebrinkstraße in Meppen muss sowohl der Kiosk als auch die Bäckereifiliale weichen (wir berichteten). Das verärgert Anwohner und Einzelhändler, die ihren Unmut nun mit einer Unterschriftensammlung deutlich machten. 700 Namen umfasst die Liste, die sie am Freitag an Bürgermeister Helmut Knurbein aushändigten.

„Wir machen uns große Sorgen um unsere Existenz und möchten den Kunden weiterhin die Möglichkeit bieten, frühmorgens einkaufen zu gehen“, sagte Kiosk-Mitarbeiterin Susanne Sühwold, als sie Bürgermeister Knurbein in seinem Büro die Unterschriftenliste übergab. Besonders ältere Bürger aus der Hasebrinkstraße hätten ihre Ängste geäußert. „Weite Wege kann man mit einem Rollator nicht gehen, darum ist der Kiosk und der Bäckerladen für diese Anwohner elementar“, erklärte Melanie Bohse, die seit 15 Jahren im Kiosk arbeitet und täglich über 200 Kunden bedient.

Aber auch Gewerbetreibende und Handwerker seien auf das Angebot im Kiosk und beim Bäcker angewiesen. In einer Umfrage unserer Redaktion sprachen sich 65 Prozent für den Erhalt der Einzelhändler an der Hasebrinkstraße aus. Nur zehn Prozent sind der Meinung, das Aldi-Angebot decke alle Bedürfnisse ab.

Auch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen spricht sich gegen die Erweiterung des Supermarktes von 800 auf 1200 Quadratmeter aus. „ Im Planungs- und Bauausschuss wurde nicht explizit darauf hingewiesen, dass die beiden Einzelhändler durch den Ausbau weichen müssen“, erläuterte Grünen-Ratsfrau Carmen Püpke ihren Groll.

Um dem Bauvorhaben entgegenzuwirken, wurden von den Kiosk-Mitarbeitern in den vergangenen 14 Tagen 700 Unterschriften gesammelt, auch in der Hoffnung, dass diese bei der weiteren Planung berücksichtigt werden. Bürgermeister Knurbein will die Unterschriften den einzelnen Gremien, darunter dem Bauausschuss, vorlegen. Jedoch sei das Eingreifen der Stadt bei diesem Bauvorhaben fraglich, da es sich um eine Bauherrengemeinschaft handele, so der neue Meppener Verwaltungschef. Die privaten Bauherren könnten mit Zustimmung der Stadt diese Gewerbefläche eigenständig planen, bauen oder umbauen.

Susanne Sühwold, die den Kiosk von der jetzigen Inhaberin Petra Wingering übernehmen will, wäre auch mit einer Verlegung des Ladens einverstanden. „Mir ist wichtig, dass der Kiosk hier in der Straße bleibt“, betonte sie. Sollte der Aldi-Markt tatsächlich vergrößert werden, müssen die Mitarbeiter der Bäckerei und des Kiosks zum 31. März 2015 die Türen schließen. Die Kündigung haben sie bereits erhalten.