Das Leben schreibt die Lieder Duo begeistert im Café Koppelschleuse in Meppen

Sanft und melodiös kamen die Lieder mit Akkordeonbegleitung rüber. Foto: Gerd MecklenborgSanft und melodiös kamen die Lieder mit Akkordeonbegleitung rüber. Foto: Gerd Mecklenborg

Meppen. „Ich sing jetzt mal ’n Lied für alle, die noch in Konzerte gehen“, lautete die erste Textzeile des Intro-Songs von Barth und Roemer, dem „Groove Chanson“-Duo aus Köln, beim Konzert im Meppener Café Koppelschleuse. Passte, denn dieses Konzert war sehr gut besucht.

Und die Besucher , die haben ihr Kommen nicht bereut. In ihren Liedern erzählten Astrid Barth und Philipp Roemer Geschichten aus dem Leben. Und trotz des hervorragenden Gitarrenspiels von Philipp Roemer, waren es die Texte aus der Feder von Astrid Barth, die den Gig prägten.

Mit seinem aktuellen Tour-Programm „Groove Chanson“ überzeugte das Duo in Meppen mit musikalischer Vielfalt. Mal kraftvoll, mal zart, mal frech, die Stimme von Astrid Barth, virtuos die Fingerpicking-Begleitung auf der Akustikgitarre von Phillip Roemer. Die deutschsprachigen Lieder, die die beiden sympathischen Barden mit nach Meppen gebracht hatten, entpuppten sich allesamt als akustische Leckerbissen mit viel Wortwitz, aber auch mit einer ordentlichen Portion Lebensphilosophie in den Texten. Viele Stücke stammten aus dem Album „Groove Chansons“, das im November 2013 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik erhielt. „Dabei labbere ich eigentlich nur musikalisch über mein Leben“, erklärte Astrid Barth dem aufmerksam lauschenden Publikum. Wie beim Song „Mit im Tritt“. Barth und Roemer sangen darüber, warum man zu oft die Kurve kratzt, die Segel streicht, sich vom Acker macht oder den Kopf in den Sand steckt, wenn es mal ernst wird.

Aber „Kopf in den Sand stecken“ ist keine Lösung, vermittelt Astrid Barth stimmgewaltig und mit viel Groove. Und sie haucht ihre Lebensphilosophie auch immer mal wieder ganz zart in das Mikrofon, etwa zu den sanften Tönen ihres alten Akkordeons „das lange in einer Kiste im Keller gelegen hat“.

Ihre Texte kommen meistens im „Easy-Listening-Gewand“ daher, werden aber auch hin und wieder rockig und oft sehr jazzig gekleidet. „Es geht halt immer um Menschenleben, wenn ich singe“, sagt sie. Bedrohlich aktuell ein ganz neues Stück des Duos. „Rattenfänger“, das sich mit dem „braunen Sumpf, den es immer noch überall in unseren Landen gibt“, auseinandersetzt.

Nach etwa 100 Minuten tiefsinniger, frecher, lustiger musikalischer Vollwertkost verabschiedete das Meppener Publikum Barth und Römer nach den zwei Zugaben.