70 Bilder und 15 Glasskulpturen Kosmische Reise in Meppener Volksbank

Von Georg Hiemann

Am Rande der Schau: Frank Thiel, Dagmar Glemme, Hannelore de Hoogd und Klaus Krömer (von links). Foto: Georg HiemannAm Rande der Schau: Frank Thiel, Dagmar Glemme, Hannelore de Hoogd und Klaus Krömer (von links). Foto: Georg Hiemann

Meppen. „Gesang der Blätter“, „Spiel der Fische“, „Baum der Weisheit“, „Das Kosmische Paar“ – Die schwedische Künstlerin Dagmar Glemme zeigt bis zum 21. November in der Emsländischen Volksbank eG in Meppen 70 Bilder und 15 Glasskulpturen.

„Fabelwesen, Zeichen und Symbole, inspiriert vom Schamanentum, von Sagen und Mythologien alter Völker und aus dem Universum“, wie es die Kuratorin dieser Ausstellung Hannelore de Hoogd wunderbar charakterisierte.

Zur Vernissage der 20. Kunstausstellung am gestrigen Sonntagvormittag konnten Bankvorstand Frank Thiel und sein Vorstandskollege Klaus Krömer zahlreiche Gäste begrüßen. Musikalisch begleitete Matthias Wahmes mit dem Saxofon die Eröffnung der Jubiläumsausstellung in der Emsländischen Volksbank. „Wir haben zum Jubiläum alle bisherigen Ausstellungen auf unserer Website www.evb-meppen.de zusammengetragen“, erinnerte Thiel daran, dass es seit 20 Jahren die Veranstaltungsreihe „Eine Bank voller Kunst“ gibt. Zum Jubiläum wurde bereits im September ein tonnenschwerer Stein am Parkplatz der Bank von der Künstlerin Dagmar Glemme gestaltet und aufgestellt (ein Film hierzu ist kurzfristig ebenfalls auf der Website zu sehen). Die jetzige Ausstellung sei eine ganz Besondere „wegen der vielfältigen Techniken der Künstlerin: Originale auf Leinwand, auf Bananenpapier und einmalige Glasskulpturen“.

Im Bereich der Schalterhalle signierte Dagmar Glemme später Plakate, und wer wollte, gab dafür eine Spende für die Emsländische Bürgerstiftung der Bank. „Die Stiftung setzt ihre Mittel in der Region ein, wie zum Beispiel für den Kinderschutzbund oder die Unterstützungskassen der Kirchen“, erläuterte Thiel. Und am ersten offiziellen Tag als neuer Meppener Bürgermeister zeigte sich Helmut Knurbein begeistert von der neuen „Kosmischen Reise“ in der EVB. „Es lohnt sich, diese Werke genau zu betrachten und aufzunehmen. Sie fordern zu neuen Denkmustern heraus“, betonte Knurbein.

Zur Einführung in die sehenswerte Ausstellung führte Hannelore de Hoogd als Kuratorin einen Dialog mit der in Polen geborenen und in Deutschland aufgewachsenen schwedischen Künstlerin Dagmar Glemme. Bis heute gestaltet Dagmar Glemme aktiv die Kunstszene Schwedens mit, und ihre Arbeiten wurden bisher international in über 300 Ausstellungen gezeigt. „Die Arbeiten Dagmar Glemmes sind gefragt und finden internationale Anerkennung“. Glemme sei eine Künstlerin, die die Herausforderung sucht. „Das sieht man auch in den Bildern, denn Leinwand, normales Papier oder Bütten reichen ihr nicht – sie experimentiert unter anderem auf Papier aus Fasern des Bananenbaumes“. In ihrer mythologischen Welt stellt die Künstlerin die großen Themen der Menschheit in kräftigen Symbolen aus den unterschiedlichsten Kulturen und Weltanschauungen dar und nimmt den Betrachter mit auf eine kosmische Reise.

Glas als Werkstoff

Ein weiterer wichtiger Werkstoff ist für Dagmar Glemme das Glas, sie arbeitet heute in den Glashütten Schwedens und hat dort unter anderem auch die in Schweden erfundene und beheimatete Graaltechnik erlernt. „Sie ist wohl die aufwendigste Technik und erfordert viel Erfahrung“, beschrieb Dagmar Glemme auf der Ausstellungseröffnung die Technik. Bei der Graaltechnik werde mehrschichtiges Kristall in unterschiedlichen Farben nach der Kühlung durch Fräsen, Gravieren, Schleifen oder Sandstrahlen weiterverarbeitet. „Dabei entstehen farbige Muster und Reliefs.“ Anschließend werde das Glas erneut erwärmt und bekomme eine zusätzliche Schicht klaren Kristalls, bevor es in seine endgültige Form geblasen werde. Die Besucher der EVB dürfen sich in den kommenden Tagen auf diese wohl einmaligen Exponate einer großen Künstlerin freuen.