Stadtführung mit Hörnerklang Jagdhornbläser begleiten Nachtwächterin durch Meppen

Stadtführung mit Hörnerklang, Foto: Martin ReinholzStadtführung mit Hörnerklang, Foto: Martin Reinholz

Meppen. Seit Jahren bietet die Tourist Information Meppen (TIM) in den Abendstunden Stadtführungen mit dem Nachtwächter an. Jetzt begleiteten die Akteure der Jagdhornbläsergruppe Meppen Nachtwächterin Ingrid von Trechten auf ihrem abendlichen Streifzug durch die Stadtmitte.

Mehr als 80 Gäste fanden sich am Rathaus ein, um der Ankündigung der Nachtwächterin „Hört, ihr Leut, und lasst euch sagen, die Uhr hat sieben schon geschlagen…“ zu lauschen. Die Jagdhornbläser intonierten das Signal „Sammeln der Jäger“. In althergebrachter Kluft und ausgerüstet mit Laterne, Horn und Hellebarde, begrüßt Nachtwächterin Ingrid von Trechten junge und ältere Teilnehmer an der abendlichen Stadtführung .

Mit Liedern und Döntkes berichtet von Trechten über die wichtigen Aufgaben der Nachtwächter in früherer Zeit. So wurden von den Nachtwächtern nicht nur zu jeder vollen Stunde die Uhrzeiten angesagt, sondern sie hatten auch polizeiliche Aufgaben zu übernehmen. Dazu gehörte die Überwachung der Einhaltung der Sperrstunde in der Stadt und – falls nötig – die Festnahme von Gesetzesbrechern.

So schilderte die Nachtwächterin eindrucksvoll die Festnahme eines Familienvaters, der seine Frau und seine Kinder geschlagen haben soll. Nachdem der Nachtwächter den Übeltäter dingfest machte, kam er für zwei Tage und Nächte in einen eigens dafür bestehenden Käfig am Meppener Rathaus, und musste dort über seine Untaten nachdenken. Dies könne auch heute noch, so die Nachtwächterin, ab und zu eine gute Bestrafung sein.

Beim Gang durch die Fußgängerzone zum neuen Stadtspringbrunnen versäumte die Nachtwächterin nicht, ihre Aufgaben wahrzunehmen. Radfahrer ohne Licht wurden mit dem Klang ihres Hornes ermahnt, Passanten, die Müll wegwarfen, auf eine ordnungsgemäße Entsorgung aufmerksam gemacht. Der weitere Weg führte durch die Fußgängerzone, entlang der Emsstraße und über den Wall bis zur Straße „Im Sack“. Von dort ging es vorbei an der Meppener Propsteikirche wieder zum Rathaus.

An mehreren Stellen griffen die Jagdhornbläser zu ihren Instrumenten, um neben Signalen auch Jagdlieder erklingen zu lassen. Neben der „Hegewaldfanfare“, dem „Jägermarsch Nr. 1“ und der „Hundefanfare“ gab es zum Abschluss die Signale „Jagd vorbei“ und „Auf Wiedersehen“.